Sojus-Raumschiff kann trotz Defekt zurück kehren

30. April 2004, 10:35
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Aus einem kleinen Leck am Antrieb entweicht Helium - Kursabweichung möglich

Moskau - Trotz eines Defekts an der russischen Sojus-Kapsel sieht die Moskauer Raumfahrtbehörde kein erhöhtes Risiko für die Rückkehr der achten ISS-Langzeitbesatzung zur Erde am Freitag. Allerdings seien auf Grund des Gaslecks am Antrieb der Sojus Kursabweichungen bei der Landung nicht ausgeschlossen, sagte ein Moskauer Raumfahrtexperte am Mittwoch.

Die Sojus-TMA 3 war seit Oktober als "Rettungskapsel" an die Internationale Raumstation angekoppelt. In ihr sollen die Langzeitraumfahrer Michael Foale und Alexander Kaleri sowie der niederländische Astronaut Andre Kuipers zurückfliegen. Die Landung in der kasachischen Steppe ist für Freitag früh 2.09 Uhr MESZ geplant.

"Keine Gefahr"

"Das Leck stellt bei dem Landeflug keine Gefahr dar, und die Landung wird wie geplant ablaufen", sagte der Chef der russischen Flugleitzentrale, Wladimir Solowjow, nach Angaben der Agentur Interfax. Im Antrieb der Raumkapsel erhöhe das verflüssigte Gas Helium den Druck auf den Treibstoff, damit er schneller in den Brenner fließe, erläuterte Solowjow.

Das Leck sei bereits im Oktober bemerkt worden, aber von Experten als unerheblich eingestuft worden. "Solche Lecks hat es schon früher und an anderen Sojus gegeben, und es hat die Landung der Kosmonauten nie beeinflusst", sagte Solowjow. Dagegen sagte einer der Erbauer der Sojus-Kapseln der Agentur RIA-Nowosti: "Wenn das System leckt, besteht die Wahrscheinlichkeit einer Abweichung von der errechneten Landekurve."

Glimpflich verlaufener Zwischenfall

Im Mai 2003 hatte eine Sojus wegen eines Computerfehlers eine harte Landung 400 Kilometer abseits vom Zielort hingelegt. Die drei Raumfahrer blieben unversehrt, wurden aber erst nach Stunden gefunden. Im Februar 2003 waren beim Absturz der US-Raumfähre "Columbia" alle sieben Astronauten umgekommen.

Die neuen ISS-Bewohner Gennadi Padalka (Russland) und Michael Fincke (USA) waren begleitet von Kuipers am 21. April zur Station gekommen.(APA/dpa)

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