Sars- Ansteckungen in China gehen weiter

30. April 2004, 15:04
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Trotz der neuen Fälle gab WHO noch keine Reisewarnung

Peking - Die chinesischen Gesundheitsbehörden haben am Mittwoch einen neuen Sars-Fall in Peking gemeldet. Damit erhöht sich die Zahl der Sars-Patienten beim neuen Ausbruch auf acht.

Bei dem Fall handle es sich um eine 49-jährige Frau, die sich in einem Spital infiziert hat. Sie habe sich dort wahrscheinlich bei einer Sars-kranken Frau angesteckt, deren Krankheit noch nicht diagnostiziert gewesen sei. Bisher ist die Kette der Ansteckungen nachvollziehbar. Der Ursprung liegt in einem Pekinger Forschungslabor.

Noch keine Reisewarnung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt trotz der neuen Fälle der lebensgefährlichen Lungenkrankheit Sars in China noch keine Reisewarnung für die Volksrepublik heraus. Mehr als 700 Menschen stehen in China unter Quarantäne, davon mehr als 600 in Peking. Vier WHO-Teams wurden in der chinesischen Hauptstadt erwartet, unter anderem um der möglichen Ursache der Infektion in einem Labor nachzugehen.

Untersuchungen abwarten

WHO-Sprecherin Fadela Chaib sagte in Genf, vor einer Reisewarnung müssten die Untersuchungen der Experten abgewartet werden. "Wir haben strenge Sicherheitsempfehlungen für Labors gegeben, die in der Sars-Forschung tätig sind", sagte Chaib. Das WHO-Team solle nun prüfen, ob in Peking dagegen verstoßen wurde. Das Labor sei auch mit der Forschung an einem Impfstoff gegen die Lungenkrankheit befasst gewesen, sagte die Sprecherin.

Der Direktor der Abteilung für Viruskontrolle der städtischen Gesundheitsbehörde Peking, Wu Jiang, bezeichnete im Gespräch mit der Zeitung "Xinjingbao" (Dienstag) das Risiko als sehr gering, dass die lebensgefährliche Lungenkrankheit die chinesische Hauptstadt wieder heimsuchen werde. Der Funktionär wies auch Befürchtungen zurück, dass sich das Virus mit Eisenbahnreisenden verbreiten könnte. Eine Sars-Patientin war zwei Mal zwischen Peking und der ostchinesischen Provinz Anhui gependelt. In Anhui waren noch mehr als 78 Menschen unter medizinischer Beobachtung.

Gesundheitskontrollen verschärfen

Im Hinblick auf die bevorstehende Ferienwoche über den Maifeiertag sind allerdings landesweit die Gesundheitskontrollen für Reisende verschärft worden. Millionen von Chinesen werden dann unterwegs sein.(APA)

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