Westsahara: Annan drängt auf Verlängerung der UNO-Mission

30. April 2004, 22:56
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Sonst wäre 600 Millionen Dollar teurer Einsatz erfolglos gewesen

New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat an die Mitglieder des Weltsicherheitsrats appelliert, den internationalen Friedensplan für die von Marokko besetzte Westsahara nicht aufzugeben. Die Vereinten Nationen stünden vor der Wahl, weiter für eine Verhandlungslösung zu arbeiten oder sich nach 13 Jahren Einsatz mit mehr als 600 Millionen Dollar Kosten erfolglos zurückzuziehen, sagte er am Dienstag in New York. Der Generalsekretär empfahl, das Mandat für die internationale Friedenstruppe um zehn Monate zu verlängern. Ein Resolutionsentwurf sah nur eine Verlängerung um ein halbes Jahr vor.

Ein vom Westsahara-Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen, dem ehemaligen US-Außenminister James Baker, vorgelegter Plan sieht vor, die Bevölkerung der ehemaligen spanischen Kolonie bis 2008 in einem Referendum darüber entscheiden zu lassen, ob sie die Unabhängigkeit will oder zu Marokko gehören möchte. Während die in Algerien etablierte Exilregierung der Demokratischen Republik Sahara (DARS) dem Baker-Plan zugestimmt hat, wird er von Marokko abgelehnt. Eine von Marokko geforderte Autonomielösung wird der früheren Kolonialmacht Spanien, sowie von den ständigen UNO-Sicherheitsratsmitgliedern China und Russland abgelehnt.

Guerillakrieg

In der phosphatreichen Wüstenregion verfolgt die UNO eine ihrer ältesten Friedensmissionen. Marokko, das den größten Teil der Westsahara nach dem Abzug der Spanier 1975 erobert und annektiert hatte, betrachtet die Region als Teil seines Staatsgebiets. Die von Algerien unterstützte Befreiungsfront Polisario hatte den Marokkanern einen verlustreichen Guerillakrieg geliefert, bevor 1991 ein Waffenstillstand vereinbart wurde.

Neben den Phosphatvorkommen und den reichen Fischgründen wird vor der Küste der Westsahara auch Erdöl vermutet. Die DARS-Regierung hatte die Vereinten Nationen aufgerufen, die Erschließung von Ölvorkommen vor der Küste zu stoppen. Dabei ging es um die zwischen Marokko und der französischen TotalFinaElf geschlossenen Bohrverträge. (APA/AP)

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