Mazedonien: Crvenkovski gewinnt Präsidentenwahl

30. April 2004, 15:47
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Offizielles Ergebnis: Bisheriger Regierungschef erhielt 62 Prozent - Oppositionskandidat wirft Regierungspartei Wahlbetrug vor

Skopje - Der sozialdemokratische Regierungschef von Mazedonien hat die Präsidentenwahl gewonnen, sieht sich aber mit massiven Betrugsvorwürfen der Opposition konfrontiert. Auf Ministerpräsident Branko Crvenkovski entfielen nach Angaben der staatlichen Wahlkommission 62 Prozent der Stimmen. Der rechtsgerichtete Kandidat Sasko Kedev kam in der Stichwahl vom Mittwoch auf 37 Prozent.

Der 41-jährige Crvenkovski sagte nach seinem Wahlsieg: "Heute hat Mazedonien eine wichtige demokratische Prüfung bestanden." Seine Anhänger zogen in Hupkonzerten und mit mazedonischen Flaggen durch die Straßen. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen mit protestierenden Sympathisanten von Kedevs Partei VMRO.

Die Wahl wurde notwendig, weil der bisherige Amtsinhaber Boris Trajkovski im Februar bei einem Flugzeugabsturz in Bosnien-Herzegowina ums Leben kam. Trajkovski galt im Anschluss an den Bürgerkrieg von 2001 als Garant der Versöhnung zwischen der mazedonischen Mehrheitsbevölkerung und der albanischen Minderheit im Land.

Die notwendige Mindestbeteiligung von 50 Prozent wurde bei der Stichwahl erreicht. Sie lag nach Angaben der Wahlkommission bei 53 Prozent; im ersten Wahlgang am 14. April waren es 55 Prozent gewesen.

Kedev warf der Regierung unmittelbar nach Schließung der Wahllokale Betrug vor und forderte eine Annullierung der Wahl. Kedevs Sprecher Nikola Grujevski bezichtigte Anhänger Crvenkovskis, Wahlurnen mit gefälschten Stimmzetteln gefüllt zu haben. Die Sozialdemokraten wiesen die Vorwürfe zurück.

Das Amt des Präsidenten ist zwar weitgehend auf repräsentative Aufgaben beschränkt, das Staatsoberhaupt hat aber eine große Bedeutung bei der Vermittlung zwischen den weiter zerstrittenen und sich misstrauisch gegenüber stehenden Volksgruppen. Crvenkovskis Sozialdemokratischer Bund (SDSM) führt eine Koalition mit der größten albanischen Partei, der Demokratischen Union für die Integration. Diese hatte ihre Anhänger ebenfalls zur Wahl Crvenkovskis aufgerufen. (APA/AP)

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