"Art for Art" weiterhin ohne neue Leitung

29. April 2004, 13:55
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Werkstätten der Bundestheater: Bestellung des Chefs wird hinausgezögert

Wien - Im Aufsichtsrat der Servicegesellschaft Art for Art regt sich bereits Unmut: Weder wurde mit Geschäftsführer Josef Kirchberger, dessen Vertrag in vier Monaten ausläuft, über eine Verlängerung gesprochen, noch ein neuer Leiter für die Werkstätten der Bundestheater bestellt. Dieses Vorgehen wird als "unverantwortlich" bezeichnet. Selbst Georg Springer, Chef der Bundestheaterholding, meinte Ende Jänner öffentlich, dass der Geschäftsführer spätestens ein halbes Jahr vor Tätigkeitsbeginn bestellt sein müsse.

Wie berichtet, verlangte VP-Kunststaatssekretär Franz Morak im Herbst 2003, dass der Posten ausgeschrieben werde, obwohl Kirchberger (SP) hervorragende Arbeit leistet: Die Servicegesellschaft verbuchte im Geschäftsjahr 2002/03 einen satten Jahresgewinn von 1,6 Millionen Euro. Die Verantwortung für die Verzögerung aber weist Morak von sich: Die Bestellung des Geschäftsführers sei allein Sache von Holdingchef Springer.

Die Bewerbungsfrist endete bereits vor drei Wochen, am 7. April. Neben Kirchberger bekundeten rund 20 Personen ihr Interesse an dem Job. Mit den Bewerbungen hat man sich seither aber nicht auseinander gesetzt: Laut Springer werde sich erst kommende Woche eine Bestellungskommission konstituieren. Er hält nun eine Entscheidung bis Saisonende für zeitgerecht.

Ursprünglich sollten in der Kommission die drei Direktoren der Bundestheater und Springers Stellvertreter Othmar Stoss sitzen. Nun wurde das Gremium um drei weitere externe Mitglieder erweitert. Im Aufsichtsrat wird gemunkelt, dass die Aufstockung vorgenommen wurde, um eine der Volkspartei genehme Lösung durchzusetzen. (trenk/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 4. 2004)

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