Ungewisse Asylquartiere

29. April 2004, 13:35
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Innenministerium sucht dringend Notquartiere: Neue Unterbringungskrise bei Asylwerbern droht

Wien - Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer sieht schwarz. Kommende Woche, so befürchtet er, könnte es in Sachen Asylwerberunterbringung zur einer "nicht sehr erfreulichen Situation" kommen. Grund dafür: Drei Tage vor dem 1. Mai, ab dem - statt bisher der Bund - die Länder für die Flüchtlingsunterbringung zuständig sind, gebe es immer noch nicht ausreichend fixe Quartierzusagen.

Außerdem würden dann im Lager Traiskirchen, das ab diesem Tag laut neuem Asylgesetz zum Erstaufnahmezentrum wird, die Belagzahlen zurückgefahren. "Statt derzeit rund 100 könnten dann viermal mehr Menschen auf der Straße stehen. Wir müssen Notquartiere suchen", meinte Weidenholzer nach einem Treffen der vier führenden Flüchtlingshilfsorganisationen mit Innenminister Ernst Strasser am Dienstag.

"Ich hoffe, dass bis Freitag vier Ausweichquartiere zur Verfügung stehen, für je 80 bis 100 Asylwerber", bestätigt der Leiter des evangelischen Hilfswerks, Michael Bubik. Die Suche nach zusätzlichem Platz für Asylwerber sei beim Gespräch mit Strasser im Mittelpunkt gestanden. Über die infrage kommenden Örtlichkeiten will Bubik nichts sagen. Während Caritas-Präsident Franz Küberl die Unabwägbarkeit der Situation in den Mittelpunkt stellt: Der Innenminister als Verantwortlicher tue aber gut daran, "für alle Eventualitäten vorzusorgen".

Im Innenministerium hieß es am Dienstag indes, die Länder hätten die Nennung konkreter Adressen von Asylwerberquartieren "für den Donnerstag versprochen". (Irene Brickner/DER STANDARD, Printausgabe, 28.4.2004)

  • Die Unterbringungsplätze in NGO-Notquartieren - hier eines der Diakonie - reichen bei weitem nicht, das Innenministerium sucht dringend zusätzliche Räume.
    foto: matthias cremer

    Die Unterbringungsplätze in NGO-Notquartieren - hier eines der Diakonie - reichen bei weitem nicht, das Innenministerium sucht dringend zusätzliche Räume.

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