Deutschland: Rechtsextreme wegen Anschlägen auf Asylantenheim verurteilt

29. April 2004, 10:33
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Zweieinhalb bis sechs Jahre Haft

Stuttgart - Vier Rechtsextreme sind in Deutschland wegen Brandanschlägen auf ein Asylbewerberheim, einen türkischen Kultur- und Jugendverein und einen Imbissstand zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Männer müssen laut dem Urteil des Landgerichts Stuttgart vom Dienstag für zweieinhalb bis sechs Jahre ins Gefängnis.

Die zur Tatzeit 16 bis 23 Jahre alten Täter wurden wegen Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und verschiedener fremdenfeindlicher Straftaten verurteilt. Versuchter Mord konnte nicht nachgewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb bis acht Jahren Haft gefordert. Die Verteidiger plädierten auf Bewährungsstrafen.

Weitgehend geständig

Nach Überzeugung des Gerichts haben die vier Männer im Juli vergangenen Jahres einen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim bei Marbach (Kreis Ludwigsburg) verübt. Dabei wurden ein 56 Jahre alter Pakistaner schwer sowie eine Chinesin und ihre zweijährige Tochter leicht verletzt.

Zudem zündeten die weitgehend geständigen Männer im August 2003 einen Imbissstand an. Drei der vier Rechtsextremen warfen außerdem im Oktober Molotowcocktails auf den türkischen Kultur- und Jugendverein in Murrhardt (Rems-Murr-Kreis). Menschen wurden dabei nicht verletzt.

Nach Ansicht des Vorsitzenden Richters haben die vier Männer aus einer "ausländerfeindlichen Gesinnung heraus" des weiteren zwischen Jäner und Oktober 2003 in fast 40 Fällen nationalsozialistische Symbole und ausländerfeindliche Parolen auf Asylbewerberheime, Kirchen und Autos gesprüht. Bei allen Anschlägen entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 70 000 Euro. (APA/dpa)

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