Hartlauer brüllt in Slowenien

11. Februar 2005, 15:38
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Anfang Dezember erste Filiale in Laibach, fünf weitere 2004

Wien - Der Elektrohändler Hartlauer geht ostwärts. Als erster Nichtslowene seiner Branche eröffnet Unternehmenschef Robert Hartlauer noch in der ersten Dezemberwoche eine Filiale in Laibach. Fünf bis sechs weitere Niederlassungen sollen in den Monaten nach dem EU-Beitritt Sloweniens ab Mai 2004 folgen, darunter Marburg und Koper.

"Slowenien ist eine Bauchentscheidung; das Land ist zwar klein, hat aber enorm viel Kraft, die mit dem bevorstehenden EU-Beitritt erst so richtig zur Entfaltung kommen wird", sagte Hartlauer bei der Präsentation der Expansionsstrategie am Mittwoch. Nächste logische Erweiterung wäre in Richtung Kroatien - "aber das ist Zukunftsmusik", sagte Hartlauer.

In Laibach, wo sich der "Fotolöwe" direkt mit dem slowenischen Platzhirschen BOF anlegt, hat sich Hartlauer auf 500 m² in den City Park eingemietet, Sloweniens größtem Einkaufszentrum. Angeboten werden soll die gesamte auch in Österreich geführte Palette, von Fotozubehör über Mobiltelefone und Unterhaltungselektronik bis hin zu Brillen und Hörgeräten. Die Investitionen am Standort Laibach gab Hartlauer mit 450.000 Euro an; die Umsatzerwartung für das erste Jahr liege bei zwei bis drei Mio. Euro. Mit ersten Gewinnen rechne man in eineinhalb bis zwei Jahren.

Umsatzplus zweistellig

Zufrieden zeigte sich Hartlauer mit dem Geschäftsverlauf im heurigen Jahr. Von Jänner bis November habe man ein "zweistelliges Umsatzplus" verzeichnet, auch die Erträge seien vergleichbar mitgewachsen. Nach 192 Mio. Euro im Vorjahr will das in Steyr beheimatete Familienunternehmen heuer den Sprung über die 200-Millionen-Euro-Marke schaffen.

Im beginnenden Weihnachtsgeschäft sieht Hartlauer einen ungebremsten Trend zu digitalen Kameras, die einen veritablen Preissturz hinter sich haben. Auch Mobiltelefone der neueren Generation sollten stark gefragt bleiben. Hartlauer: "Im Dezember erzielen wir den dreifachen Umsatz eines Normalmonats".

In Österreich ist das Unternehmen mit knapp 1200 Mitarbeitern an 153 Standorten vertreten. "Fünf Standorte fehlen noch, wo ich dringend hin möchte", sagte Hartlauer. Dazu gehöre Eisenstadt und das Einkaufszentrum Europark in Salzburg. (DER STANDARD Printausgabe, 17.11.2003 stro)

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