Rotkreuz-Vertreter bei Hussein

28. April 2004, 16:19
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Besuch im Gefängnis, um sich ein Bild über die Haftbedingungen zu machen

Bagdad - Eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hat am Dienstag den gestürzten irakischen Staatschef Saddam Hussein im Gefängnis besucht. Die IKRK-Vertreter hätten sich über die Haftbedingungen informiert, teilte US-General Mark Kimmitt in Bagdad mit. Seit seiner Gefangennahme im Dezember vergangenen Jahres wird der Ex-Präsident von den US-Streitkräften an einem geheimen Ort festgehalten und von Geheimdienstmitarbeitern befragt. Zuletzt war Saddam Hussein im Februar von einer IKRK-Gruppe aufgesucht worden.

Besuch auf Ersuchen des IKRK

Zu dem Treffen am Dienstag hätten ein Arzt und ein Übersetzer "und vielleicht eine dritte Person" den geheimen Ort im Irak aufgesucht, an dem Saddam Hussein gefangen gehalten wird, sagte ein IKRK-Sprecher in Genf. Das Treffen habe auf Ersuchen des IKRK stattgefunden, teilte US-Brigadegeneral Mark Kimmitt in Bagdad mit. Nähere Angaben machte er nicht. Saddam Hussein war am 13. Dezember 2003 festgenommen worden.

Der Besuch bei Saddam Hussein sei bereits seit mehreren Tagen geplant gewesen, sagte der IKRK-Sprecher weiter. Noch unbestätigt sei, ob es - wie geplant - dieselben Besucher gewesen seien wie am 21. Februar. Während des ersten IKRK-Besuchs am 21. Februar hatte der Ex-Präsident der Delegation eine Botschaft an seine Familie mitgegeben. "Ich kann mir vorstellen, dass er das auch diesmal getan hat", sagte der IKRK-Sprecher. Saddam Hussein wird am Mittwoch 67 Jahre alt.

"Menschlichkeit"

Die 3. Genfer Konvention von 1949 schreibt vor, Gefangene mit "Menschlichkeit" zu behandeln. Kriegsgefangene müssen vor "Gewalttätigkeit oder Einschüchterung, Beleidigung und öffentlicher Neugier" geschützt werden. Sie haben "Anspruch auf Achtung ihrer Person und ihrer Ehre". Hilfsorganisationen muss der Besuch gestattet werden; die Mitarbeiter dürfen die Unterbringung, das Essen und die ärztliche Versorgung des Gefangenen überprüfen. Die Konvention verbietet Vergeltungsmaßnahmen, Folter oder wissenschaftliche Versuche an Gefangenen. (APA/AP)

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