Kulturhauptstadt als Vier-Länder-Projekt

28. April 2004, 19:28
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Luxemburg kooperiert 2007 mit Deutschland, Frankreich und Belgien

Luxemburg - Erstmals in ihrer Geschichte geht die Kulturhauptstadt Europas 2007 als grenzüberschreitendes Spektakel von Luxemburg und drei weiteren Staaten über die Bühne. Beteiligt an dem Vier-Länder-Projekt in der Großregion seien mit eigenen Angeboten Rheinland-Pfalz, das Saarland, Lothringen und die wallonische Region in Belgien. Ziel sei es, dem bisher wenig ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl der elf Millionen Menschen unterschiedlicher Sprachen auf die Sprünge zu helfen, sagte Kulturministerin Erna Hennicot-Schoepges am Dienstag.

Repräsentationen

Bisher dominiere die wirtschaftliche Kooperation, bedauerte die Ministerin. Geplant seien unter anderem ein Filmfest, Musikfestivals sowie Kulturmessen und -kongresse. Trier etwa präsentiere sich mit einer großen Ausstellung über Kaiser Konstantin, das Saarland mit seiner Geschichte der Schwerindustrien Bergbau und Stahl. Im lothringischen Metz soll 2007 ein an das Pariser Vorbild angelehntes Centre George Pompidou für moderne Kunst eröffnet werden.

In Wallonien stehe die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Kunst im Mittelpunkt. Luxemburg selbst werde sich etwa mit einer Ausstellung über Sinti und Roma besonders der Migration widmen, sagte Oberbürgermeister Paul Helminger. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund habe Luxemburg auch Siebenbürgen in Rumänien als Partner für die Kulturhauptstadt 2007 gewählt.

Kulturbusse und -schiffe

Besonders gewürdigt werde im gesamten Großherzogtum auch der Festungsbaumeister Sébastian de Vauban, dessen Todestag sich 2007 zum 300. Mal jähre. Fertig sein sollen in Luxemburg bis zum Start der einjährigen Kulturhauptstadt außerdem ein neues Kunstmuseum des Stararchitekten Ieoh Ming Pei sowie eine neue Konzerthalle. Bereits eröffnet ist das Grand Théâtre der Stadt, in dem es Gastspiele von Opern und Schauspielen europäischer Hauptstädte, aber auch Eigenproduktionen zu sehen gibt.

Der Chefkoordinator der Kulturhauptstadt, Robert Garcia, sagte, dass sich bis 2007 vor allem noch der öffentliche Verkehr über die Landesgrenzen verbessern müsse. Als Ansporn für dauerhafte Lösungen sollten dafür erstmals von 2007 an Kulturbusse verkehren und Kulturschiffe auf den Flüssen Mosel, Maas und Saar eingesetzt werden. "Für die Zeit danach wollen wir eine Kulturagentur der Großregion aufrechterhalten, wo jeder grenzüberschreitend Tickets für Kulturveranstaltungen ordern", sagte Gracia.

Konkretisierung dauert noch

Das konkrete Kulturprogramm für 2007 und die Finanzierung sollen erst Ende dieses Jahres feststehen. Präsentieren wollen sich die Veranstalter erstmals 2005 auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin. Die Aktion Kulturhauptstadt Europas gibt es seit 1985, Luxemburg ist nach 1995 bereits zum zweiten Mal Austragungsort.(APA/dpa)

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