Religionskonflikt in Indonesien: Gespannte Ruhe

28. April 2004, 06:58
posten

Unruhen entzündeten sich an Protestmarsch christlicher Separatisten - Hatten 23 Tote gefordert

Jakarta - Nach den heftigen Kämpfen auf der indonesischen Molukken-Insel Ambon ist weitgehend Ruhe eingekehrt. Nur aus einem Stadtviertel der Hauptstadt Ambon meldete die Polizei am Dienstag noch vereinzelte Gewaltausbrüche. Die katholische Diözese Ambon bezifferte die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Kathpress vom Dienstag mit 23. Internationale Medien berichteten zusätzlich vom Tod zweier Elitepolizisten; mehr als 130 Menschen seien seit dem Wochenende verletzt worden.

Die Kämpfe hatten begonnen, als christliche Separatisten mit einem Marsch den 54. Jahrestag eines gescheiterten Unabhängigkeitsversuches begingen. Mehrere Gebäude, darunter ein Büro der Vereinten Nationen, gingen in Flammen auf. Es handelt sich um die heftigsten Konflikte seit Unterzeichnung eines Friedensabkommens auf der zu Indonesien gehörenden Inselgruppe im Jahr 2002, mit denen ein über dreijähriger Bürgerkrieg beendet werden konnte.

Bei den Auseinandersetzungen waren seit 1999 mindestens 5.000 Menschen getötet und mehrere Hunderttausend vertrieben worden. Im September 2003 hob die indonesische Zentralregierung den Ausnahmezustand auf. Die rund zwei Millionen Bewohner der Molukken sind etwa je zur Hälfte Christen und Moslems. (APA)

Share if you care.