Polen und Nordiren unter Beobachtung

28. April 2004, 21:32
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ÖFB-Spione schauen künftigen WM-Qualigegnern auf die Beine - Italien vs Spanien im Zeichen von Baggio-Abschied

Wien - In Europas Fußball-Stadien herrscht am Mittwoch Hochbetrieb. Neben Österreich - Luxemburg in Innsbruck stehen noch 22 freundschaftliche Länderspiele auf dem Programm. Von den 16 EM-Startern proben mit Ausnahme von Europameister Frankreich und England alle für die Endrunde. Mit Portugal - Schweden, Italien - Spanien und Niederlande - Griechenland kommt es zu drei Treffen von Teilnehmern von Portugal 2004. Drei der fünf Österreich-Gegner in der kommenden WM-Qualifikation testen ebenfalls.

Polnische Siegesserie

Teamchef Hans Krankl beorderte zu Polen - Irland und Nordirland - Serbien-Montenegro in Belfast seine Spione. Pawel Janas, Krankls polnischer Kollege, hat neun Legionäre (ohne Radoslav Gilewicz) und mit dem 20-jährigen Torhüter Artur Boruc (Legia Warschau) einen Neuling einberufen. Die Polen, in der EM-Quali hinter Schweden und Lettland platziert und am 9. Oktober zu Gast in Wien, haben nach der Nicht-Qualifikation für Portugal sieben ihrer acht Länderspiele gewonnen. Aserbaidschan, am 8. September zweiter Österreich-Gegner in der WM-Qualifikation, tritt in Alma Ata gegen die Kasachen an.

Rumänen empfangen Deutschland

Deutschland , am 18. August zum ÖFB-Hunderter in Wien zu Gast reisen nach Rumänien. Der Trip begann mit einer Panne: Weil der Flieger ein Kraftstoffleck an einer Tragfläche aufwies, mussten alle in eine Ersatzmaschine umsteigen. Die Turbulenzen zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann sind in einem Sechs-Augen-Gespräch mit Bundestrainer Rudi Völler endgültig beseitigt worden. Kapitän Kahn zur bevorstehenden Aufgabe: "Für uns ist es wichtig, dass wir bis zur EM alle Spiele gewinnen, um uns Selbstvertrauen zu holen. Und um mit der Überzeugung nach Portugal zu reisen, dass wir ein großes Turnier spielen können."

Mann mit dem Zopf ein letztes Mal in Blau

Genua ist die Bühne für die Abschiedsvorstellung von Roberto Baggio. Fünf Jahre nach seinem bisher letzten Einsatz in der Squadra Azzurra (55 Spiele/27 Tore) ermöglicht Teamchef Giovanni Trapattoni dem Mann mit dem Zopf gegen Spanien ein würdiges Servus von der großen Fußball-Bühne. Baggio, Klubkollege von Markus Schopp in Brescia, hat kürzlich seinen Rücktritt zu Saison-Ende verkündet. Roma-Star Francesco Totti, der seit dem Römer Derby an einer Wadenblessur leidet, musste absagen.

Eine stolze Serie wollen die Griechen in Eindhoven verteidigen. Das von Otto Rehhagel betreute Team ist seit 15 Spielen ungeschlagen. Den ersten Sieg nach zuletzt vier Remis (davon zwei Mal 0:0) in Serie strebt Brasilien in Budapest an. Der Weltmeister, ohne den verletzten Ronaldo, dafür mit vier Neulingen, hat gegen die nun von Lothar Matthäus betreuten Ungarn noch nie gewonnen. Der drei der vier Treffen endeten remis, ein Mal gewannen die Magyaren.

Baric holt drei Österreich-Legionäre

Für das Spiel der Norweger gegen Russland sind auch die beiden Austrianer Sigurd Rushfeldt und Thorstein Helstad mit von der Partie. Weitere am Mittwoch engagierte Österreich-Legionäre: Admira-Lette Vitalijs Astafjews bekämpft in Riga Island, Vladimir Janocko spielt mit der Slowakei in Kiew die Ukraine und der Didier Dheedene empfängt mit Belgien den WM-Dritten Türkei.

Gleich drei "Österreicher" hat der kroatische Teamchef Otto Baric in sein Aufgebot für das Duell mit Mazedonien in Skopje einberufen. Neben Austria-Keeper Joey Didulica und GAK-Abwehrmann Mario Tokic hat wurde am Dienstag Marijo Maric vom FC Kärnten nachnominiert. Der Stürmer profitierte vom Verletzungspech Dado Prsos vom Champions League-Halbfinalisten AS Monaco. (APA/Reuters/dpa/SIZ)

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    Bukarest: Cristian Chivu, Rumäniens Kapitän, lässt sich durch die Aussicht eines Deutschland-Spiels nicht ganz und gar nicht aus der Ruhe bringen.

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