Proteste gegen den "Wolf im Schafspelz"

30. April 2004, 10:50
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Sympathisanten und Kritiker Gaddafis demonstrierten in Brüssel für und gegen den Staatsbesuch des libyschen Revolutionsführers

Brüssel - Mit ungewöhnlich starkem Polizeiaufgebot und weiträumigen Absperrungen haben die belgischen Behörden den Besuch des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi in Brüssel abgesichert. Zu den Aufgaben der Ordnungskräfte gehörte am Dienstag auch, die Teilnehmer zweier zunächst friedlich verlaufender Kundgebungen während des Besuchs bei EU-Kommissionspräsident Romano Prodi auseinander zu halten: Sympathisanten und Kritiker von Gaddafi.

"Architekt der Afrikanischen Union"

Nachsicht zeigte die Polizei mit den etwa 200 Unterstützern, die den Besucher aus Nordafrika nur wenige Meter vor dem Haupteingang der Kommission in ausgelassener Party-Stimmung mit einem Trommelkonzert, Fahnen, Bildern Gaddafis in heroischer Pose und Transparenten empfingen. Gaddafi sei der "Architekt der Afrikanischen Union", Prodi stärke die Kooperation zwischen EU und der Afrikanischen Union, lobten die Demonstranten.

"Ein Wolf im Schafspelz"

Auf Abstand vom Tagungsort brachte die Polizei dagegen eine Gruppe von etwa hundert Oppositionellen, die in Sprechchören gegen die Verhältnisse in Libyen protestierte. Gaddafi sei "ein Wolf im Schafspelz", in Libyens Gefängnissen herrschten "inhumane Verhältnisse". Unschuldige würden an den Galgen gebracht. Libyen müsse umgehend alle politischen Häftlinge freilassen, forderte die Gruppe. (APA/AFP)

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    Gegner ...

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    ... und Befürworter des libyschen Revolutionsführers in Brüssel.

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