Caritas: Situation in Flüchtlingslagern im Tschad spitzt sich zu

30. April 2004, 10:31
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Zunehmende Spannungen im Kampf um Nahrungsmittel zwischen Bevölkerung und sudanesischen Flüchtlingen

Wien - Die österreichische Caritas hat am Dienstag davor gewarnt, dass sich der Kampf um Nahrungsmittel im Grenzgebiet zwischen dem Tschad und dem Sudan dramatisch zuspitze. Seit Ausbruch der Gewalt im Westsudan, wo arabisierte Milizen mit Unterstützung der regulären Armee einen Vernichtungsfeldzug gegen die einheimische Bevölkerung führen, seien rund 800.000 Menschen in dem afrikanischen Land auf der Flucht. Mehr als 100.000 Flüchtlinge hätten sich im Nachbarland Tschad in Sicherheit gebracht, seien dort aber von Hunger bedroht, warnte die Caritas in einer Aussendung.

"Die Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung des Tschad und den sudanesischen Flüchtlingen um die letzten Reste an Essbarem nehmen zu", berichtete Geke Verspui, die sich derzeit im Auftrag der internationalen Caritas in der Region ein Bild von der Lage der Flüchtlinge verschafft, laut der Pressemitteilung. Es fehle an Nahrung, Wasser, Zelten, Decken und Medikamenten, sagte Verspui.

Probleme mit den Hilfsgütern

Die Möglichkeiten der Bevölkerung im Tschad, die den Flüchtlingen bereits seit vielen Monaten nach Kräften beistünden, seien erschöpft. In vielen Dörfern kämen auf einen Einheimischen zehn Flüchtlinge. "Wir müssen jetzt helfen, denn in wenigen Wochen beginnt hier die Regenzeit, dann werden die Straßen unpassierbar, und wir können keine Hilfsgüter mehr zu den Menschen bringen", warnte die Caritas-Helferin.

Katastrophe

Die Caritas betreue in den Flüchtlingslagern Farchana, Kounougou und Toulum 18.000 der insgesamt 25.000 Flüchtlinge, die in Lagern Zuflucht gefunden hätten. Weitere Hilfe für die verzweifelten Menschen sei allerdings dringend nötig. "Die Katastrophe in Darfur ist durchaus mit dem Völkermord in Ruanda vor zehn Jahren zu vergleichen", meinte die Leiterin der Katastrophenhilfe der Caritas Österreich, Sabine Wartha.

Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte prangere die sudanesische Regierung an, Morde, Vergewaltigungen und Vertreibungen zu unterstützen. Leider hätten sich die Vereinten Nationen bisher aber nicht dazu durchringen können, die Verantwortlichen zu verurteilen und mit einer scharfen Resolution gegen die "ethnischen Säuberungen" in Darfur vorzugehen, heißt es in der Aussendung. (APA)

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Verurteilung des Sudan gescheitert

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