ETA droht mit Terror in spanischen Ferienorten

28. April 2004, 16:53
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Kriminalisten stufen äußerst geschwächte baskische Untergrundorganisation als nicht sehr gefährlich ein

Madrid - Gut eine Woche nach dem Regierungswechsel in Spanien hat die baskische Untergrundorganisation ETA mit neuen Terroranschlägen in spanischen Feriengebieten gedroht. Wie die Madrider Zeitung "La Razon" am Dienstag berichtete, schickte die ETA an die Botschaften mehrerer Länder in der spanischen Hauptstadt entsprechende Drohbriefe. Auch die deutsche Botschaft erhielt ein solches Schreiben.

Drohbriefe

Vor zwei Monaten hatte die ETA bereits Drohbriefe an Reisebüros und Touristikunternehmen verschickt. Mit den neuen Drohungen wollte die ETA nach Angaben der Zeitung bekräftigen, dass sich nach dem Regierungswechsel in Madrid an ihren Absichten nichts geändert habe. Diplomaten in der spanischen Hauptstadt maßen den Drohungen keine besondere Bedeutung bei. "Dies ist nichts Außergewöhnliches", sagte ein Diplomat. "Solche Drohbriefe werden seit längerer Zeit jedes Jahr verschickt."

Über 100 Bombenanschläge in Ferienorten

Seit langem versucht die ETA vergeblich, dem Tourismus als dem wichtigsten Wirtschaftszweig Spaniens durch Bombenanschläge Schaden zuzufügen. Die Zahl der Urlauber stieg jedoch fast kontinuierlich an. Seit 1979 verübten die Terroristen über 100 Bombenanschläge in Ferienorten. Dabei wurden mehrere Urlauber verletzt, aber es wurde noch nie ein ausländischer Tourist getötet.

"Kriegsgebiet"

Im vorigen Sommer hatte die ETA die Ferienorte Spaniens zum "Kriegsgebiet" erklärt und bei einer Serie von Attentaten auf Strandhotels und Flughäfen mehrere Menschen verletzt, darunter in Alicante auch einen Hamburger Sprachschüler. Allerdings gilt die Separatistenorganisation nach einer Serie von Polizeierfolgen als äußerst geschwächt. Der letzte Anschlag liegt über ein halbes Jahr zurück. (APA)

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