Kärntner Gendarm wegen Diebstahls zu zwei Jahren Haft verurteilt

28. April 2004, 09:30
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51-jähriger stahl in häufig in Thermen - Urteil nicht rechtskräftig

Erneut auf der Anklagebank Platz nehmen musste ein Kärntner Gendarm am Dienstag im Grazer Straflandesgericht. Ihm wurde vorgeworfen, seit 2000 immer wieder in Thermen auf Diebestouren gegangen zu sein. Der 51-Jährige leugnete alles, was ihm nicht hieb- und stichfest beweisen werden konnte. Der Schöffensenat (Vorsitz: Karl Buchgraber) verurteilte ihn zu zwei Jahren unbedingter Haft. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit.

Der Kärntner Bezirksinspektor soll in der Therme Loipersdorf aus Kästen der Badegäste Geld gestohlen haben. In der Therme Blumau wurde gar ein Kriminalbeamter Opfer eines Diebstahls, der laut Anklage auf Kosten des 53-Jährigen ging. Er schlich auch in aller Früh in das Zimmer eines noch schlafenden Gastes, der den Diebstahl seiner Brieftasche gerade noch verhindern konnte. "Ich wollte mir nur die Zimmer anschauen, weil ich dort eventuell wohnen wollte", so die Erklärung des Angeklagten für sein merkwürdiges Verhalten.

Voll zurechnungsfähig

Schwer wiegend war auch der Vorwurf, er habe sich in seinem Urlaubsort in ein Haus geschlichen und Schmuck im Wert von rund 70.000 Euro gestohlen. Zugegeben hatte der Beschuldigte nur, was ihm anhand von Fotos oder Videoaufnahmen klar nachgewiesen werden konnte. So stahl er in einem Kindergarten eine Geldtasche und wurde fotografiert, als er mit der fremden Bankomatkarte Geld beheben wollte. "Ich habe die Geldtasche gefunden", so seine Rechtfertigung. Was die ermittelnden Beamten allerdings bei ihm fanden, war ein Zettel, auf dem elf Kindergärten fein säuberlich aufgelistet waren.

Ein psychiatrisches Gutachten bewies, dass der Gendarm voll zurechnungsfähig ist. Er wurde zu einer unbedingten Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Außerdem steht ihm ein Disziplinarverfahren sowie die Entlassung bei der Gendarmerie bevor. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig. (APA)

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