64 Tote bei Kämpfen nahe Najaf

28. April 2004, 16:19
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Offensive gegen Sadr-Anhänger - Bremer schließt Vorgehen gegen Moscheen nicht aus - Spanische Truppen von US-Soldaten abgelöst

Bagdad - Bei heftigen Kämpfen zwischen den Koalitionsstreitkräften und Besatzungsgegnern in der Nähe der irakischen Stadt Najaf sind nach Angaben von Brigadegeneral Mark Kimmitt 64 Kämpfer der von El Sadr geführten Miliz El Mahdi getötet. In einem vor allem von Armen bewohnten Stadtteil von Najaf wurde nach US-Angaben ein Minarett von einem Panzer zerstört. Am Montagabend hatte ein Sprecher des radikalen Schiitenführers Muktada al Sadr alle irakischen Moslems aufgefordert, die heilige Schiitenstadt Najaf gegen einen möglichen US-Angriff zu verteidigen.

US-Zivilverwalter Paul Bremer warf den Kämpfern des Schiitenführers Muktada el Sadr vor, in Moscheen, Schreinen und Schulen Waffen für ihren Aufstand zu lagern. "Die Koalition wird diese Situation sicherlich nicht dulden", sagte Bremer in Bagdad. Sein Sprecher Dan Senor erklärte, dass religiöse Stätten nicht von der Genfer Konvention geschützt seien, wenn jene als Waffenlager missbraucht würden.

Stützpunkt

Amerikanische Marineinfanteristen zeigten Fotos der Moschee vor und nach dem Beschuss. Nach Darstellung der US-Truppen wurden sie von dem Turm aus beschossen. Ein Kommando von 200 US-Soldaten setzte sich in der Nacht zum Dienstag in einem Stützpunkt fest, der bisher von spanischen Truppen gehalten wurde und nun von diesen geräumt wird. Der Stützpunkt liegt etwa sechs Kilometer von schiitischen Schreinen entfernt.

Spanisches Militär zieht letzte Soldaten aus Najaf ab

Das spanische Militär hat am Dienstagmorgen seine letzten Soldaten aus der irakischen Stadt Najaf abgezogen. Das gesamte 1.432 Soldaten zählende Kontingent befinde sich nun auf dem Stützpunkt Diwaniya, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Madrid mit. Die spanischen Soldaten in Najaf wurden durch US-Soldaten ersetzt. Von Diwaniya aus sollen die Spanier in den kommenden Tagen über Kuwait in ihre Heimat zurückkehren. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Spanische Truppen beim Abzug

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