US-Truppen rücken in Najaf ein

27. April 2004, 11:50
posten

Offensive gegen Sadr-Anhänger - 43 Tote - Spanisches Militär zieht letzte Soldaten aus Najaf ab

Bagdad - Vier Wochen nach der Kampfansage des radikalen Schiitenführers Muktada al Sadr sind US-Truppen in dessen Hochburg Najaf, die heilige Stadt der Schiiten, vorgestoßen. Ein Kommando von 200 US-Soldaten setzte sich in der Nacht auf Dienstag in einem Stützpunkt fest, der bisher von spanischen Truppen gehalten wurde und nun von diesen geräumt wird. Bei heftigen Kämpfen kamen nach Angaben der US-Streitkräfte 43 schiitische Kämpfer ums Leben.

Filmaufnahmen der Nachrichtenagentur AP aus der Umgebung der Stadt zeigten niedrig fliegende Kampfhubschrauber über Rauchwolken. Der von den US-Truppen eingenommene Stützpunkt liegt etwa sechs Kilometer von schiitischen Schreinen entfernt, wo Sadr vermutet wird. Bei den mehrstündigen Kämpfen wurde nach US-Angaben auch ein Flugabwehrsystem der Widerständler zerstört.

Spanisches Militär zieht Soldaten ab

Das spanische Militär hat am Dienstagmorgen seine letzten Soldaten aus der irakischen Stadt Najaf abgezogen. Das gesamte 1432 Soldaten zählende Kontingent befinde sich nun auf dem Stützpunkt Diwaniya, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Madrid mit. Die spanischen Soldaten in Najaf wurden durch US-Soldaten ersetzt. Von Diwaniya aus sollen die Spanier in den kommenden Tagen über Kuwait in ihre Heimat zurückkehren. Der neue spanische Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte den Truppenabzug unmittelbar nach seinem Wahlsieg in Übereinstimmung mit seinen Wahlversprechen angekündigt. Nach einer Umfrage der Tageszeitung "El Mundo" vom Wochenende hat er dabei rund zwei Drittel der Spanier hinter sich.

Zwei spanische Stützpunkte bei Diwaniya wurden in der Nacht mit Artillerie angegriffen, wie ein polnischer Offizier mitteilte. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert. Es sei niemand verletzt worden. Soldaten aus Spanien, Honduras und der Dominikanischen Republik bereiten derzeit die Räumung der Stützpunkte vor, da ihre Regierungen den Abzug aus dem Irak beschlossen haben. (APA)

Share if you care.