Deutsche Wirtschaft wächst 2004 nur 1,5 Prozent

27. April 2004, 15:23
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Frühjahrsprognose: Berlin dürfte deshalb auch 2005 die EU-Defizitgrenze verfehlen

Berlin - Die deutsche Wirtschaft löst sich nach Einschätzung der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute nur langsam aus der Stagnation. Die Institute gehen in diesem und im nächsten Jahr nur von 1,5 Prozent Wachstum aus. Sie revidierten damit ihre Herbstprognose von 1,7 Prozent nach unten.

Trotz günstiger Voraussetzungen für einen kräftigen Aufschwung werde sich der Zuwachs ohne Einfluss der höheren Zahl an Arbeitstagen 2004 sogar nur um 0,9 Prozent bewegen.

"Bei dieser Entwicklung ist allenfalls im kommenden Jahr mit einem leichten Anstieg der Beschäftigung zu rechnen", heißt es in dem Gutachten. Die Arbeitslosenzahl in Deutschland bleibe aber weiter über der Vier-Millionen-Grenze. Der private Konsum bleibe schwach.

Alarm schlagen die Institute bei der deutschen Staatsverschuldung. Die Neuverschuldung werde 2005 bei etwa 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen und damit das vierte Mal in Folge die Defizitgrenze des Europäischen Stabilitätspaktes reißen.

Uneins sind die Institute über die Gegenmaßnahmen. Die Mehrheit plädiert jedoch für einen harten Sparkurs. DEutschlands Finanzminister Hans Eichel (SPD) hatte zugesagt, das Defizit 2005 wieder unter 3,0 Prozent zu drücken. (APA/dpa)

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