Noch keine Reisewarnung wegen Sars in China

28. April 2004, 11:49
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Mehr als 700 Menschen in Peking unter Quarantäne

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt trotz der neuen Fälle der lebensgefährlichen Lungenkrankheit Sars in China noch keine Reisewarnung für die Volksrepublik heraus. Mehr als 700 Menschen stehen in China unter Quarantäne, davon mehr als 600 in Peking. Vier WHO-Teams wurden in der chinesischen Hauptstadt erwartet, unter anderem um der möglichen Ursache der Infektion in einem Labor nachzugehen. Die Experten sollen auch bei der Vorbeugung in Krankenhäusern helfen sowie die Ermittlungen nach der Entdeckung von möglicherweise acht neuen Fällen unterstützen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Untersuchungen abwarten

WHO-Sprecherin Fadela Chaib sagte in Genf, vor einer Reisewarnung müssten die Untersuchungen der Experten abgewartet werden. "Wir haben strenge Sicherheitsempfehlungen für Labors gegeben, die in der Sars-Forschung tätig sind", sagte Chaib. Das WHO-Team solle nun prüfen, ob in Peking dagegen verstoßen wurde. Das Labor sei auch mit der Forschung an einem Impfstoff gegen die Lungenkrankheit befasst gewesen, sagte die Sprecherin.

Der Direktor der Abteilung für Viruskontrolle der städtischen Gesundheitsbehörde Peking, Wu Jiang, bezeichnete im Gespräch mit der Zeitung "Xinjingbao" (Dienstag) das Risiko als sehr gering, dass die lebensgefährliche Lungenkrankheit die chinesische Hauptstadt wieder heimsuchen werde. Der Funktionär wies auch Befürchtungen zurück, dass sich das Virus mit Eisenbahnreisenden verbreiten könnte. Eine Sars-Patientin war zwei Mal zwischen Peking und der ostchinesischen Provinz Anhui gependelt. In Anhui waren noch mehr als 78 Menschen unter medizinischer Beobachtung.

Gesundheitskontrollen verschärfen

Im Hinblick auf die bevorstehende Ferienwoche über den Maifeiertag sind allerdings landesweit die Gesundheitskontrollen für Reisende verschärft worden. Millionen von Chinesen werden dann unterwegs sein.

Der Gesundheitszustand der sieben Sars-Patienten wurde am Dienstag als stabil beschrieben. Eine Frau war jedoch zuvor gestorben und könnte die erste Sars-Tote seit dem Ende der Epidemie im Sommer sein. (APA/dpa)

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