USA sehen keine Hinweise mehr auf Terror-Verbindungen Libyens

30. April 2004, 10:50
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Powell konzediert "sehr gute Fortschritte"

Washington - Den USA liegen nach den Worten von US-Außenminister Colin Powell keine Hinweise mehr vor, dass Libyen Verbindungen zum internationalen Terrorismus unterhält. In einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters zeigte sich Powell am Montag optimistisch, dass das nordafrikanische Land bald von der US-Liste der Unterstützer des Terrorismus gestrichen werde.

"Wir machen sehr gute Fortschritte. Es ist in unserem Interesse, Libyen zurück in der internationalen Gemeinschaft zu begrüßen", sagte der Minister. Erst am Freitag hatten die USA einen großen Teil ihrer Sanktionen gegen Libyen aufgehoben und damit auf den Verzicht des Landes auf Massenvernichtungswaffen reagiert.

Die ehemals stark belasteten Beziehungen zwischen den USA und Libyen haben sich seit dem vergangenen August erheblich verbessert. Damals hatte das Land die Verantwortung für den Bombenanschlag auf ein US-Passagierflugzeug über dem schottischen Lockerbie im Jahr 1988 übernommen, bei dem 270 Menschen ums Leben gekommen waren. Im Dezember erklärte Libyen überraschend seinen Verzicht auf Massenvernichtungswaffen.

Auf die Frage, ob Libyen noch immer Verbindungen zu terroristischen Gruppen unterhalte, sagte Powell: "Nicht, dass ich wüsste." Libyen stehe dennoch auf der Liste der Staaten, die nach US-Einschätzung den Terrorismus unterstützen, räumte der Minister ein. "Wir werden in den kommenden Monaten prüfen, ob wir sie von der Liste streichen können. Es ist an der Zeit, ihnen entgegen zu kommen, aber gleichzeitig müssen wir vorsichtig sein." (APA/Reuters)

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