Kolumbien: Drei IRA-Mitglieder vom Vorwurf der Rebellenausbildung freigesprochen

28. April 2004, 19:44
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Haftstrafen wegen falscher Pässe

Bogota - Ein Gericht in Kolumbien hat drei mutmaßliche Mitglieder der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) am Montag von dem Vorwurf freigesprochen, kolumbianische Guerilleros ausgebildet zu haben. Weil sie jedoch falsche Pässe und Identitätspapiere mit sich führten, wurden sie zu Haftstrafen zwischen 26 und 44 Monaten verurteilt. Darüber hinaus muss jeder von ihnen 17 Millionen Pesos (5.500 Euro) zahlen. Anschließend würden sie ausgewiesen, erklärte eine Gerichtssprecherin in Bogota.

Die drei Männer waren im August 2001 in Kolumbien festgenommen worden. Die Anklage hatte erklärt, sie hätten die linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) trainiert. Die Verteidigung machte geltend, die Männer hätten lediglich den Friedensprozess in Kolumbien beobachten wollen. Die irische Senatorin Mary White, die zur Urteilsverkündung aus Dublin anreiste, äußerte sich zufrieden. Das Justizsystem habe seine Unabhängigkeit bewiesen, sagte sie. Das Büro des kolumbianischen Präsidenten und das Armeeoberkommando hatten die Angeklagten als Terroristen bezeichnet. Nach Angaben von Rechtsexperten bekommen die Männer die Zeit in der Untersuchungshaft angerechnet. Ihnen drohten 14 Jahre Haft. (APA/AP)

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