Kolportiert: ÖVP diskutiert über Rechnungshof und Klestil

27. April 2004, 16:29
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Nach der Wahl ist vor der Wahl, das gilt auch für das nächste zu besetzende Präsidentenamt: das des Rechnungshofes. Hätte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner den Einzug in die Hofburg geschafft, hätte ein blauer Kandidat für den Rechnungshof ganz gute Chancen gehabt. So liegt es an der ÖVP, die Personalsuche zu verstärken. Alle, die bisher genannt wurden, sind laut Nationalratspräsident Andreas Khol chancenlos. Jetzt fällt es Klubobmann Wilhelm Molterer zu, einen Nachfolger für Franz Fiedler zu suchen - nicht umsonst trägt er den Spitznamen "heimlicher Personalchef der Republik".

Das Anforderungsprofil: Er soll Verwaltungs- oder Wirtschaftsexperte sein, nicht aus dem unmittelbaren Parteibereich kommen - und eventuell sogar wissenschaftliche Verdienste im Staatsmanagement haben. In der ÖVP fällt daher ein Name wieder öfter: Johannes Hengstschläger, Vorstand des Instituts für Staatsrecht und Politische Wissenschaften an der Universität Linz. Auch auf die zahlreich vertretenen Experten im Österreich-Konvent haben die schwarzen Headhunter ein Auge geworfen. So gilt der Verwaltungsexperte der Uni Krems, Bernhard Raschauer, als möglicher Kandidat. Raschauer hat mit Vorschlägen wie der Abschaffung des Bundesrats für Aufregung gesorgt und tritt massiv für ein Abschlanken des Staatsapparats ein. Ein vorbildlicher Spitzenbeamter wie der Präsidialchef des Lebensministeriums, Hans-Günter Gruber, käme ebenso infrage. Gruber ist Mitglied im "Führungsforum innovative Verwaltung", einem Zirkel heimischer Spitzenbeamten.

Aber nicht nur die Suche nach einem neuen Rechnungshofpräsidenten ist Tagesthema innerhalb der ÖVP, auch eine weit heiklere Causa wurde noch am Wahlabend heftig diskutiert - wenngleich hinter vorgehaltener Hand. Um die Ehe zwischen Thomas Klestil und Margot Löffler stehe es nicht zum besten, verlautete es - mit bedingt mitleidigen Minen - aus besseren Wiener Kreisen. Sogar eine Scheidung stünde im Raum. Löffler-Klestil solle dabei die schöne Villa in Wien-Hietzing zufallen, die sich das Paar für die Zeit nach der Präsidentschaft auf Kredit gekauft hatte und die von ihr gerade liebevoll hergerichtet wird. In der Präsidentschaftskanzlei werden solche Gerüchte aufs Schärfste zurückgewiesen. Dass Präsidentenpaar bereite gerade seinen Umzug aus der Dienstvilla auf der Hohen Warte vor - und zwar gemeinsam. (Barbara Tóth/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.4.2004)

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