"Nervensäge" will weitermachen

28. April 2004, 17:58
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Hans-Peter Martin und "Kronen Zeitung" überlegen Kandidatur

Hans-Peter Martin könnte mit einer Liste Kronen Zeitung antreten. Das Kleinformat macht derzeit heftig Stimmung für den parteifreien Mandatar, der auf einer SPÖ-Liste ins Europaparlament kam und mittlerweile von den Sozialdemokraten von deren Fraktion ausgeschlossen wurde. "H.-P. Martin soll EU weiter kontrollieren", titelte die Krone vergangene Woche und erklärte auch gleich, wie das gehen könnte: Es genügen eine Unterschrift Martins beim magistratischen Bezirksamt, 3500 Euro Barerlag als Unkostenersatz und etwa 5,5 Prozent der Wahlbeteiligten. Das wären 150.000 Stimmen. Mit einer entsprechenden Kampagne der Krone ist das durchaus im Bereich des Möglichen.

Diese Woche will der Schreck aller Spesenritter im EU-Parlament, derzeit mit unglaublicher Publizität gesegnet, entscheiden, ob er nun antritt oder nicht. Martin ist nicht nur in der Krone präsent, sondern vor allem auch als Aufdecker in deutschen Talkshows. Mit seinen Spitzelmethoden hat er sich praktisch das gesamte EU-Parlament zum Feind gemacht. "Lügner" und "Nervensäge" gehören noch zu den harmlosen Ausdrücken, mit denen der Abgeordnete von den Kollegen bedacht wird. Seine Filmeinsätze wurden auch mit Handgreiflichkeiten erwidert.

Antreten möchte auch eine "Opposition für ein solidarisches Europa", zusammengesetzt aus der "Europäischen Linken", der Plattform "Opposition für ein solidarisches Europa" und der KPÖ. Diese Liste wird sich am 28. April bei einer Pressekonferenz in Wien präsentieren. (völ/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.4.2004)

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    "Aufdecker" Hans-Peter Martin wird von der "Krone" unterstützt.

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