Spanien: Empörung über Aznar

27. April 2004, 22:54
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Ex-Regierungschef: Spanier schämen sich über Truppenabzug aus dem Irak

Madrid - Der ehemalige spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar hat mit seinem Kommentar, viele Spanier schämten sich über den Truppenrückzug aus dem Irak, im sozialistischen Lager Empörung ausgelöst. Der Parteisekretär der Sozialisten, Jose Blanco, nannte Aznars Kritik am Montag unangemessen. Aznar könne nicht "Lektionen in Verantwortung" geben, wenn er selbst "wahre Verantwortungslosigkeit" an den Tag gelegt habe, indem er Spanien zum Alliierten der USA im Irak-Konflikt gemacht habe.

Aznars Strategie zur Bekämpfung des Terrorismus sei "ein kompletter Fehlschlag" gewesen, seine Allianz mit den USA "katastrophal", sagte Blanco. Aznar hatte in einem Beitrag für die spanische Tageszeitung "ABC" vom Montag geschrieben, viele Spanier schämten sich für den von der neuen Regierung angeordneten Truppenrückzug aus dem Irak.

"Die beste Nachricht"

Die Entscheidung des neuen Regierungschefs Jose Luis Rodriguez Zapatero sei "die beste Nachricht für jene, die Spanien am 11. März angegriffen haben". Zapatero habe "den Weg der Beschwichtigung gewählt, von dem die Geschichte gezeigt hat, dass er angesichts von Bedrohung der schlechtestmögliche ist". Am 11. März waren bei Anschlägen in Madrid 191 Menschen getötet worden.

Nach einer Meinungsumfrage der Tageszeitung "El Mundo" unterstützen 67 Prozent der Spanier den Truppenrückzug. Die katalanische Tageszeitung "El Periodico" veröffentlichte am Sonntag eine Umfrage, wonach Zapatero in dieser Frage sogar 75 Prozent der Befragten hinter sich hat. (APA)

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