Effekte der Laser-Akupunktur sichtbar gemacht

30. April 2004, 18:28
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Grazer Biomediziner entwickeln Messverfahren

Graz- Grazer Biomedizinern ist es erstmals gelungen, die Effekte der Laser-Akupunktur auf den menschlichen Körper sichtbar zu machen. Mit eigens entwickelten Methoden, welche Licht-, Ultraschall- und hochsensitive bioelektrische Messverfahren beinhalten, werden spezifische Auswirkungen der Akupunktur im Gehirn nachgewiesen. Für ihre jüngsten Studie hat die Gruppe unter der Leitung von Gerhard Litscher den renommierten Forschungspreis der American Academy of Medical Acupuncture erhalten. Sie zeigt, dass die durch Lasernadeln hervorgerufenen Effekte im Gehirn in ähnlichen Dimensionen liegen wie jene durch Nadelakupunktur.

Die Nadel und die Haut

Der Zusammenhang zwischen dem Einstich einer Nadel am Körper und einer Reaktion an einer anderen Stelle ist im Detail noch unklar. Gleiches gilt für die Weiterentwicklung der Akupunktur durch Stimulation mit Hilfe eines Laserstrahls, der so genannten Laser-Akupunktur oder optischen Stimulation.

Lasernadeln werden für die Akupunktur auf die Haut aufgeklebt, aber nicht eingestochen. Diese nicht eindringende und daher auch schmerzfreie Stimulation kann peripher und im Gehirn spezifische reproduzierbare Veränderungen induzieren. Dies äußert sich in Verschiebungen u.a. der Blutflussgeschwindigkeit im Gehirn oder dessen Sauerstoffversorgung. Diese Effekte haben die Grazer Forscher erstmals mit Methoden des Neuromonitorings, also Methoden, welche an der Intensivstation und während operativer Eingriffe zum Einsatz kommen, objektiviert und quantifiziert, hieß es am Montag in einer Mitteilung der Medizinischen Universität Graz.

Studien ermöglicht

Die Grazer Biomediziner konnten zeigen, dass die Reaktionen nach einer Lasernadel-Behandlung in ähnlichen Dimensionen liegen wie jene, welche durch manuelle Nadelakupunktur hervorgerufen werden. Anders als bei der manuellen Akupunktur können bei einer Lasernadelbehandlung bis zu acht Akupunkturpunkte zugleich stimuliert und mit dem Grazer Instrumentarium nun auch deren Auswirkungen gemessen werden.

Der Biomediziner Litscher erklärt den Vorteil und Fortschritt, der durch die Grazer Messmethoden erreicht werden: "Durch die Lasernadelstimulation können erstmals auch systematische, tatsächliche Doppelblindstudien im Rahmen der Akupunktur durchgeführt werden, da der Patient die Aktivierung oder Deaktivierung der Lasernadeln nicht wahrnimmt." Die ersten Studien dazu seien in Graz bereits erfolgreich beendet worden. Die Forscher gehen aber noch einen Schritt weiter. Derzeit wird die neue Methode gemeinsam mit dem Leiter der Klinischen Abteilung für Neuro- und Gesichtschirurgische Anästhesie und Intensivmedizin, Gerhard Schwarz, als zusätzliche Schmerztherapie nach Operationen wissenschaftlich untersucht. (APA)

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