Hamas setzt nach israelischen Angriffen auf neue Führungstaktik

27. April 2004, 11:07
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Handy-Verbot soll neue Führer schützen - Wachmannschaften werden komplett ausgewechselt

Gaza - Die die palästinensische Terrororganisation Hamas bereitet sich mit einer neuen Strategie auf weitere israelische Angriffe zur "Liquidierung" ihrer Führer vor. Nach am Montag veröffentlichen Berichten hat die Hamas eine neue Generation von Anführern in Bereitschaft gesetzt und das Abtauchen in den Untergrund verstärkt. "Hamas ist eine Institution, die alle Möglichkeiten erwägt. Darum werden Attentate und Militäreinsätze die Bewegung nicht treffen", zitierte die Zeitung "Al Hayat" Ismail Hania, einen der Hamas-Führer.

Hamas-Kreise bestätigten einer saudiarabischen Zeitung, im Kampf gegen Israel sollten neue Taktiken angewendet werden. So sollten Angriffe auf israelische Soldaten und ihre Einsätze koordinierter verlaufen, wobei die Hamas-Leute keine Uniformen oder Abzeichen mehr trügen. Autos sollten nur mehr in absoluten Notfällen benutzt werden, weil sie immer wieder Ziel von israelischen Raketenangriffen waren. Die Hamas will zudem die Wachmannschaften ihrer Führer komplett austauschen und allen Beteiligten die Nutzung von Mobiltelefonen untersagen.

Die neuen Taktiken wurden nach diesen Berichten noch unter Abdelaziz Rantisi ausgearbeitet, der wie sein Vorgänger Scheich Ahmed Yassin in Gaza-Stadt von Israel "gezielt getötet" worden war. Nach internen Regeln der Hamas sollte danach Rantisis Stellvertreter, Mahmud Sahar, die Organisation im Gaza-Streifen führen. Die Hamas erklärte aber, sie werde wegen der israelischen Angriffe nicht mehr bekannt machen, wer an der Spitze stehe. Der Chef des Politischen Büros der Hamas, Khaled Mechaal, hält sich in Syrien auf. Die meisten ihrer Mitglieder rekrutiert Hamas in den palästinensischen Flüchtlingslagern. Nach Einschätzung westlicher Experten hat Hamas von der Ermordung ihres Gründers Scheich Yassin profitiert und neuen Zulauf erhalten. (APA/dpa)

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