Vorarlberger Bergdörfer als Hochburgen für Ferrero-Waldner

26. April 2004, 17:58
6 Postings

Im Vergleich der besten Ergebnisse gewinnt die ÖVP-Kandidatin: 94,69 Prozent für Ferrero-Waldner in Fontanella, 85,20 für Fischer im steirischen Vordernberg

Wien - Die insgesamt unterlegene ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner konnte bei der Präsidentschaftswahl gestern, Sonntag, den SPÖ-Kandidaten Heinz Fischer in einem doch überrunden: Ihr bestes Ergebnis ist 94,69 Prozent, während es Fischer auf "nur" 85,20 Prozent brachte. Überraschungen gab es dabei nicht: Ferrero-Hochburgen waren die tief schwarzen kleinen Bergdörfer im Vorarlberger Walsertal. Und auch die Fischer-Hochburgen - Vordernburg, Golling an der Erlauf, Tschanigraben - haben der SPÖ schon bei früheren Wahlen Spitzenergebnisse beschert.

In Vordernberg am Fuß des steirischen Erzberges wählten 85,20 Prozent Fischer. Die niederösterreichische SPÖ-Hochburg Golling an der Erlauf (Bez. Melk) brachte mit 83,79 Prozent das zweit beste Ergebnis - und die kleinste Gemeinde des Burgenlandes, Tschanigraben im Bezirk Güssing, mit 83,33 Prozent das drittbeste. Auf den nächsten sechs Plätzen folgen steirische Gemeinden wie Eisenerz, Trieben oder Hieflau.

Großes Walsertal für Ferrero

Ferrero kam in drei kleinen Gemeinden im Großen Walsertal auf über 90 Prozent - Fontanella (94,69), Sonntag (93,23) und Blons (90,32). Über 85 Prozent brachten der ÖVP-Kandidatin noch die ebenfalls als ÖVP-Hochburgen bekannte Tiroler Gemeinde Innervillgraten und andere Vorarlberger Bergdörfer - und auch die kleinste Gemeinde Tirols, Gramais im Außerfern.

Einmal mehr bestätigte sich auch bei dieser Wahl, dass die ÖVP-Hochburgen die kleine Orte im Westen Österreichs sind: Sonntag ist mit 476 Wahlberechtigten noch die größte. Die meisten SPÖ-Hochburgen sind - abgesehen von Tschanigraben - größer. Vordernberg und Golling haben mehr als 1.000, Eisenerz sogar 5.227 Wahlberechtigte.

Kärnten

Die Gemeinden, die der FPÖ bei den Nationalratswahlen 2002 noch die besten Ergebnisse brachten, entschieden sich am Sonntag mehrheitlich für Ferrero-Waldner. Im oberösterreichischen St. Georgen am Fillmannsbach - wo die FPÖ immerhin noch fast 40 Prozent schaffte - wählten fast drei Viertel der Stimmberechtigten die ÖVP-Kandidatin. Auch in den beiden Kärntner Gemeinden Gurk und Seeboden - Platz 2 und 3 der FPÖ-Hochburgen - lag Ferrero klar vorne.

Fischer erobert Grüne Hochburgen

Die Grünen Hochburgen des Jahres 2002, die Wiener Bezirke Neubau, Mariahilf und Josefstadt, konnte hingegen Fischer erobern - obwohl in zweien davon bei der Nationalratswahl die ÖVP vorne lag. Neubau war der erste Bezirk, in dem die Grünen damals die Mehrheit errangen. (APA)

Share if you care.