Streeruwitz: Britney Spears-Effekt hat nicht gegriffen

27. April 2004, 22:10
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Autorin: Wahlausgang "demokratiepolitisch doch erträglich"

Wien - "Ich finde das demokratiepolitisch doch erträglich, dass der Britney Spears-Effekt nicht gegriffen hat und dass es offenkundig politischere Vorstellungen gibt als den von (ÖVP-Kandidatin Benita, Anm.) Ferrero-Waldner aufgebauten Versuch, den Sisi-Mythos in Licht-ins-Dunkel-Charity-Form in die Hofburg zu bringen." So kommentierte am Montag die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz den Ausgang der Bundespräsidenten-Wahl.

"Warum soll man da noch zur Wahl gehen?"

Die geringe Wahlbeteiligung wundert Streeruwitz nicht: "Der Wahlkampf hat sich rein auf der Symbolebene bewegt und hat zu Desinteresse führen müssen: Wenn es keine Argumente gibt, sondern nur ein neuer Supermarkt der Politspielerei aufgemacht werden soll - warum soll man da noch zur Wahl gehen?" Die Art der Wahlwerbung habe neben "Anti-Wien-Sentimenten" auch zu dem deutlichen West-Ost-Gefälle geführt: "Die Plakate waren ja Fremdenverkehrswerbung, und die hat in Fremdenverkehrsländern gewirkt. Politisch ist das nicht, aber verständlich."

Zur politischen Zukunft der unterlegenen Kandidatin meint Streeruwitz: "Hier ist eine Frau auf tragische Weise verheizt worden. Nun hat man ein domestiziertes Frauerl, das weiß, dass es nicht mit den großen Buben mitspielen darf. Sie wird sich einordnen." (APA)

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