Kollmann: "Danke schön, Herr Meier!"

29. April 2004, 14:17
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FIFA-Referee gestand "entscheidenden Fehler" bei GAK-Triumph gegen Austria Wien ein - Kein Vorwurf: "Ausschluss hat mehr geschadet"

Wien - Austria - GAK brachte nicht nur einen eindeutigen Sieger, sondern auch viel Stoff für Diskussionen unter den Fußball-Fans, die bis Saisonende anhalten könnten. Alle beschäftigte die Frage, warum wurde das reguläre Tor von Radoslav Gilewicz zum vermeintlichen 1:1 annulliert? Nach dem Studium der TV-Szene gestand Urs Meier den Irrtum ein. "Es war in einer entscheidenden Partie ein entscheidender Fehler, der mir Leid tut, mich die nächsten Nächte nicht schlafen und mich die ganze Woche daran denken lassen wird", sagte der Schweizer Schiedsrichter reumütig.

Aber nicht er war schuld daran, dass die Austria dieses wichtige Spiel und letztlich vielleicht auch den Titel verloren hat. "Ich muss mich auf meinen Assistenten an der Linie verlassen können", meinte der FIFA-Referee und Besitzer eines Sportartikel-Geschäftes in der Nähe von Zürich. Österreichs oberster Schiedsrichter-Fachmann Gerhard Kappl stimmte der Erklärung des 45-Jährigen, der Ende 2004 sein Pfeiferl aus Altersgründen an den Nagel hängen muss, vollinhaltlich zu. "Es war ein Fehler von Martin Iseli, das Tor war korrekt", sagte der Steirer.

"Bemüht, die bestmöglichen Schiedsrichter zu holen"

Kappl beteuerte, dass im Nachhinein immer alles an den Schiedsrichtern hängen bleibe. "Aber wir sind bemüht, stets die bestmöglichen Schiedsrichter zu holen und zu nominieren." Damit nahm er auch gleich all jenen Kritikern den Wind aus den Segeln, die nun wieder das Engagement "Schwarzer Männer" aus dem Ausland in Frage stellen. Hätte sich ein österreichisches Referee-Trio in dem äußert brisanten Spiel diese Unachtsamkeit geleistet, wären die "Übeltäter" wohl in der Luft zerrissen worden.

Aber so fielen die Reaktionen ruhig und sachlich aus. Roland Kollmann, der das vorentscheidende 2:0 für die Gäste und sein 23. Saison-Tor erzielt hatte, wusste nach dem Ansehen der TV-Bilder, was er zum Schiedsrichter zu sagen hatte: "Danke schön Herr Meier!" GAK-Kapitän Toni Ehmann konnte zum aberkannten Tor nichts sagen, weil er nichts gesehen hatte. Gedämpft und eher zurückhaltend kommentierten auch die Verlierer den vermeintlichen Ausgleich, durch den der Spielverlauf und am Ende auch das Ergebnis möglicherweise vielleicht anders ausgesehen hätte.

Deprimierter Gilewicz

"Das Gilewicz-Tor war zwar zu 100 Prozent regulär, aber ich mache Herrn Meier überhaupt keinen Vorwurf. Seine Pfiffe sind Tatsachenentscheidungen, es ist müßig, darüber zu reden. Wir hätten das Spiel selber entscheiden müssen, Chancen dazu hatten wir genügend", sagte der violette Teammanager Günter Kronsteiner ruhig und sachlich. Und Pechvogel Gilewicz fügte mit hängendem Kopf hinzu: "Mein Tor war regulär und die entscheidende Szene dieses Spieles."

Über das angebliche Handspiel im Strafraum von Ehmann (23.), der den Ball - wie die ORF-Aufnahmen später ebenso eindeutig bewies - nicht an die Hand, sondern an den Kopf bekam, und die gelb-rote Karte (57.) für Dheedene, dessen Hand im Kopfball-Duell im Gesicht von Muratovic gelandet war, gab es überhaupt keine Diskussionen. "Didi hat uns mehr geschadet als das nicht anerkannte Tor von Gilewicz in der 34. Minute kurz nach dem 0:1", so Kronsteiner in seiner Analyse.(APA)

Restprogramm:

GAK:
1. Mai: SV Salzburg (heim)
9. Mai: Sturm Graz (a)
15. Mai: FC Pasching (h)
20. Mai: Admira (a)

AUSTRIA:
2. Mai: Rapid (auswärts)
8. Mai: SW Bregenz (h)
15. Mai: SV Mattersburg (a)
20. Mai: FC Kärnten (h)

  • Urs Meier und sein Team begingen einen schlimmen Fehler - zum ungünstigsten Zeitpunkt.

    Urs Meier und sein Team begingen einen schlimmen Fehler - zum ungünstigsten Zeitpunkt.

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