Interview mit Serienmörder im italienischen TV löste Protest aus

29. April 2004, 11:47
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Auch der Protest von Kommunikationsminister Gasparri konnte die Ausstrahlung nicht verhindern - RAI-Präsidentin schockiert

Ein Interview mit einem Serienmörder im staatlichen italienischen Fernsehen hat schwere Proteste ausgelöst. Das Gespräch mit dem Mann, der wegen 17-fachen Mordes im Gefängnis sitzt, wurde in der beliebten Sonntagnachmittag-Sendung "Domenica In" ausgestrahlt. Auch der Protest von Kommunikationsminister Maurizio Gasparri konnte die Ausstrahlung nicht verhindern, berichteten römische Zeitungen am Montag.

RAI-Präsidentin schockiert

Die Präsidentin des RAI-Staatsfernsehens, Lucia Annunziata, äußerte sich schockiert: "Es ist erschreckend, in einer Sendung, die von Millionen Familien geschaut wird, die Bekenntnisse eines Serienkillers verfolgen zu müssen."

Der Talkmaster, der das Gespräch im Gefängnis geführt hatte, meinte mit Blick auf den Unterhaltungscharakter der Sendung: "Man kann nicht immer tanzen und singen." In dem Interview sagte der Mörder unter anderem, er habe in der Zeit der Verbrechen sein psychologisches Gleichgewicht verloren.

Das italienische Fernsehen, vor allem die Privatsender im Besitz der Familie von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, ist seit Jahren immer wieder wegen Geschmacklosigkeiten in die Schlagzeilen geraten. (APA/dpa)

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