Sharons Familie in Korruptionsskandal unter weiterem Verdacht

27. April 2004, 11:07
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Affäre um österreichischen Geschäftsmann

Tel Aviv - In den Korruptionsaffären um den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon gehen Betrugsermittler jetzt auch Hinweisen auf Geldzahlungen aus Österreich nach. Es gebe einen begründeten Verdacht, dass die Familie Sharons finanzielle Vergünstigungen von einem österreichischen Geschäftsmann erhalten habe, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Montag unter Berufung auf Aussagen der Beamten vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv. Der österreichische Geschäftsmann ist nach Medienberichten Betreiber von mehreren Spielcasinos und am Bau eines luxuriösen Casino-Schiffes vor der israelischen Küste im Roten Meer beteiligt.

Die Ermittler hätten ihre Hinweise auf die Zahlungen aus Österreich bei der Durchsuchung eines Anwaltsbüros erhalten, das Gilad Sharon, den Sohn des Regierungschef, vertritt, berichteten israelische Zeitungen. Es sei "Geld für Beratung" gezahlt worden. In Israel selbst sind Casinos verboten.

Ariel Sharon droht in einem anderen Fall eine Anklage wegen Korruption. Wegen Bestechung Sharons war im Jänner schon Anklage gegen den Geschäftsmann David Appel erhoben worden. Er habe Sharons Sohn Gilad Ende der 90er Jahre mehrere hunderttausend Dollar gezahlt, um die Unterstützung des damaligen Außenministers für ein Bauprojekt auf einer griechischen Insel zu bekommen, hieß es. Eine ermittelnde Staatsanwältin hat sich nach monatelangen Untersuchungen für eine Anklage des Regierungschefs ausgesprochen. Ihren Anklageentwurf hat sie an Generalstaatsanwalt Menachem Masus übergeben, der eine Entscheidung treffen muss. (APA/dpa)

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