OMV plant Anleihe für weitere Expansionen

29. April 2004, 19:40
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Wandelschuldverschreibung soll bis zu 600 Millionen bringen - Neues Holding-Dach und Aktienoptionsprogramm

OMV plant Wandelschuldverschreibung zur Expansions-Finanzierung 1 HV soll am 18. Mai grünes Licht für Wandelpapiere im Nennwert von bis zu 600 Mio. Euro geben - Neuer Kapitalrahmen für bis zu 8 Mio. Aktien - Für Expansion und Erschließung neuer Märkte

Wien - Zur Finanzierung der weiteren Expansion und der Erschließung neuer Märkte will sich der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV bei der kommenden Hauptversammlung am 18. Mai von den Aktionären grünes Licht für die Begebung von Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von bis zu 600 Mio. Euro und für einen neuen Kapitalrahmen holen. Außerdem soll die HV die schon länger geplante Umstrukturierung der OMV AG in eine Management Holding beschließen, unter deren Dach die Hauptgeschäftsfelder als 100-prozentige AG-Töchter angesiedelt sein sollen.

Der OMV-Vorstand soll von der HV ermächtigt werden, bis zum Mai 2009 auf Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im genannten Maximalvolumen in einer oder mehreren Tranchen zu begeben und den Inhabern der Schuldscheine Wandlungsrechte auf bis zu 3 Mio. OMV-Stammaktien zu gewähren. Dafür soll ein bedingtes Kapital von bis zu 21,81 Mio. Euro Nominale geschaffen werden, geht aus der am Montag veröffentlichten Einladung zur Aktionärsversammlung hervor.

Neuer Kapitalrahmen für bis zu 8 Millionen Aktien

Des weiteren sollen die Aktionäre der OMV AG einen neuen Kapitalrahmen zur Erhöhung des Grundkapitals um bis zu Nominale 58,16 Mio. Euro durch Ausgabe von bis zu 8 Mio. Stück Inhaber-Stammaktien bis Mai 2009 absegnen. Ein noch bis Juli 2006 laufender Rahmen in dem selben Ausmaß soll widerrufen werden. Mit dem neuen Rahmen soll die Summe der Anzahl der ausgegebenen Aktien - Wandelpaket und potenziell auszugebende Bezugsaktien - insgesamt die Zahl von 8 Mio. Stück jedenfalls nicht überschreiten.

Begründet wird die Absicht zur Begebung von Wandelschuldverschreibungen sowie der Schaffung des Kapitalrahmens von der OMV mit der geplanten Fortführung der Expansion und der Erschließung neuer Märkte. Dies werde auch künftig ein wesentlicher Eckpfeiler der OMV-Strategie sein. Insbesondere in den diesbezüglich relevanten Ländern sei bereits kurzfristig mit verstärkten Bemühungen zur Privatisierung von Energieunternehmen zu rechnen, die derzeit zumindest teilweise noch in Staatsbesitz stehen. Hier seien auch für die OMV strategische Möglichkeiten für Akquisitionen und Kooperationen zu erwarten, heißt es dazu in einem Bericht des Vorstandes im "Amtsblatt" der "Wiener Zeitung" vom Montag.

Neues Holding-Dach und Aktienoptionsprogramm

Auch die Umstrukturierung der OMV-Gruppe mit der OMV AG als Management Holding an der Spitze und den operativen Hauptfeldern als 100-prozentige Töchter sowie der Aktienoptionsplan 2004 samt Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien dafür soll die Hauptversammlung am 18. Mai beschließen.

Von der OMV AG verhältniswahrend abgespalten werden sollen die Betriebe "Refining & Marketing" (R&M) und "Exploration & Production Austria" (E&P Austria). Sie sollen - nach den Bestimmungen des Spaltungsgesetzes - auf jeweils gleichnamige Aktiengesellschaften übertragen werden. Der Bereich "Exploration & Production International" dagegen soll - gemäß Umgründungssteuergesetz - in eine GmbH eingebracht werden, die ebenfalls zu 100 Prozent der OMV AG gehört.

Flexiblere Struktur

Die neue Holding-Struktur gibt sich der führende Öl- und Gaskonzern Mittel- und Osteuropas, um in den Bereichen E&P sowie R&M auf den Märkten noch rascher und flexibler agieren zu können und mehr Schlagkraft im Wettbewerb zu gewinnen, hatte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer bereits vor einem Jahr erklärt. Die Optimierung von Abläufen und Bündelung von Kompetenzen solle zusätzliche Synergieeffekte bringen. Diese Tochterkonstruktionen seien nicht als ein Schritt für die Abgabe von Anteilen dieser Bereiche gedacht, betonte der OMV-Chef auf der vorjährigen HV am 20. Mai, die den Grundsatzbeschluss zur neuen Struktur gefasst hatte.

Bei der diesjährigen HV steht ferner die Beschlussfassung über den "Aktienoptionsplan 2004" an. Dafür soll die OMV bis zu 120.000 eigene Aktien erwerben, um sie OMV-Vorstandsmitgliedern und bestimmten Leitenden Angestellten der OMV AG oder verbundenen Unternehmen im Rahmen eines "Long-Term-Incentive-Plans" zum Erwerb anbieten zu können. Durch langfristig substanzielle Beteiligung am Unternehmenserfolg solle das Management stärker an den Zielen der Aktionäre orientiert und die Möglichkeit eröffnet werden, bei steigenden Aktienkursen am Erfolg zu partizipieren.

120.000 Aktienoptionen für Spitzenmanagement

Gemäß Aktienoptionsplan 2003 wurden Leitenden Angestellten 1.907 Optionen und Vorständen 2.240 Optionen (je 560 für die vier Vorstandsmitglieder) eingeräumt, die zum Aktienbezug im Verhältnis 1:15 berechtigen.

Ausgehend vom maximalen Eigeninvestment aller Berechtigten des Programms 2004 können unter Annahme eines Kurses von 150 Euro bis zu 120.000 Aktienoptionen gewährt werden. Zwischen 20. Mai und 31. August 2004 soll die OMV dafür bis zu 120.000 eigene Aktien (rund 0,4 Prozent des Grundkapitals) zu einem Kurs zwischen 110 und 200 Euro erwerben dürfen. (APA)

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