Russland kritisiert Fehler in Annans Zypern-Plan

27. April 2004, 18:56
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Lawrow: Interessen der griechischen Zyprioten nicht ausreichend berücksichtigt

Moskau - Russland hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan Fehler bei seinem gescheiterten Plan für eine Wiedervereinigung Zyperns vor dem EU-Beitritt der Insel vorgehalten. Der Plan habe nicht genügend Rücksicht auf beide Konfliktseiten genommen, kritisierte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau. Deshalb hätten die griechischen Zyprioten den Lösungsvorschlag in dem Referendum vom Samstag abgelehnt. "Und genau darum hielten auch wir es für nicht rechtmäßig, diesen Plan im (UNO-)Sicherheitsrat zu billigen", sagte Lawrow.

Rückkehr verwehrt

Die griechischen Zyprioten hatten den UNO-Wiedervereinigungsplan verworfen, weil er der überwiegenden Mehrheit der nach der türkischen Invasion vor 30 Jahren aus dem Norden der Insel vertriebenen 200.000 griechischen Zyprioten die Rückkehr in ihre Heimatorte verwehrt und zugleich vorsah, dass ein großer Teil der von der Türkei angesiedelten 110.000 Festlandtürken auf der Insel bleiben kann.

Veto

Russland hatte in der vergangenen Woche in New York sein Veto gegen einen amerikanisch-britischen Resolutionsentwurf eingelegt, mit dem Druck auf die zypriotischen Konfliktparteien zu einer Einigung ausgeübt werden sollte. "Moskau hofft, dass die positiven Ansätze des Plans Gültigkeit behalten", erklärte Lawrow. Annan solle seine Vermittlungsbemühungen fortsetzen, um doch noch eine Lösung zu finden, schlug der russische Außenminister vor. (APA)

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