Washington: Millionen-Demo für Abtreibung

30. April 2004, 15:14
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Gesetzliche Einschränkungen versperren armen Frauen den Zugang zu Abtreibungskliniken - Zahlreiche Prominente unter den TeilnehmerInnen

Washington - Bei der Großdemonstration für das Recht auf Abtreibung in Washington sind nach Angaben der Organisatoren am Sonntag rund 1,15 Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Diese Zahl nannten die Organisatoren, die US-Polizei gab keine Schätzungen zu Teilnehmerzahlen ab. Am Rande der Demo wurden 16 militante Abtreibungsgegner vorläufig festgenommen. Weitere Zwischenfälle gab es nicht.

Die Demonstranten hatten gegen die Aushöhlung des Rechts auf Abtreibung in den USA protestiert. Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Hollywood-Stars, Sängerinnen und Politikerinnen wie die US -Senatorin Hillary Clinton. Die Frauen gingen für das vom US- Verfassungsgericht verbriefte Recht auf Abtreibung bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat auf die Straße. Sie warfen der US-Regierung vor, dieses Recht systematisch auszuhöhlen. Gesetzliche Einschränkungen würden vor allem armen Frauen den Zugang zu Informationen über Verhütung und Abtreibungskliniken versperren. Nach Angaben der Organisatorinnen sterben jährlich 75.000 Frauen in den USA an den Folgen einer illegalen Abtreibung.

Kritisch sehen Abtreibungsbefürworter ein jüngst verabschiedetes Gesetz, wonach die Verletzung oder Tötung eines Fötus' bei einem Angriff auf eine Schwangere ein eigener Straftatbestand ist. Dies wird als Versuch gesehen, den Fötus zu "vermenschlichen". Prominente Demokraten hatten das Gesetz im Kongress abgelehnt. (APA)

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