Oberösterreich: Geringere Wahllust

26. April 2004, 17:58
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Heinz Fischer gewinnt mit 52,5 Prozent

Linz - Gegen 18.30 Uhr war das Endergebnis da - und auch Oberösterreich fest in der Hand des künftigen Präsidenten Heinz Fischer: 52,49 Prozent (372.759 Stimmen) konnte der SP-Kandidat für sich verbuchen, 47,51 Prozent (337.394 Stimmen) entfielen auf Benita Ferrero-Waldner. Die Wahlbeteiligung lag in Oberösterreich bei 72,06 Prozent (1998: 74,62 Prozent) oder 742.714 Stimmen. Ungewöhnlich hoch war im Land ob der Enns mit 4,38 Prozent (32.561 Stimmen) auch die Zahl der ungültigen Stimmzettel.

Gemischte Reaktionen In der Landeshauptstadt Linz lag die Wahlbeteiligung bei 65,33 Prozent: 64,18 Prozent entfielen davon auf Heinz Fischer und 35,82 Prozent auf Ferrero-Waldner. Kurios das Wahlergebnis in der kleinen Gemeinde Grünburg im Bezirk Kirchdorf: Dort lag Ferrero Waldner (953) exakt um eine Stimme vor Heinz Fischer (952).

Gegen 17 Uhr fanden sich die Spitzen der oberösterreichischen Landtagsparteien in der Wahlzentrale im Linzer Ursulinenhof ein. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer betonte, "er gratuliere als Demokrat dem künftigen Präsidenten Heinz Fischer". Dieser sei "als klarer Favorit ins Rennen gegangen" und habe nun "mit einem knappen Vorsprung" gewonnen. Es gebe keinen Grund zu einer "Katastrophenstimmung", man habe ein "ehrbares Ergebnis erzielt". Für den Ausgang der Wahl speziell in Oberösterreich bedauerte Pühringer vor allem die niedrige Wahlbeteiligung. Es sei aber logisch, dass man "mit einer schwarz-grünen Regierung wohl kaum FPÖ-Wähler mobilisieren kann".

Umweltlandesrat und Grünen-Chef Rudi Anschober meinte: "Heinz Fischer wird ein guter Präsident. Er hat in seiner Funktion als Nationalratspräsident klar seine Überparteilichkeit bewiesen." Bei Ferrero-Waldner sei die "Umarmung Haiders entscheidend für die Niederlage gewesen".

SP-Vorsitzender Erich Haider sprach von einem "klaren Votum für Neutralität und einer Absage an die Zusperr-Politik von Kanzler Wolfgang Schüssel und Landeshauptmann Josef Pühringer". Die Erfolgsserie der SPÖ habe sich "auf eindrucksvoll fortgesetzt", so Haider. FPÖ-Landesparteiobmann Günther Steinkellner betonte, dass jetzt entscheidend sei, "wie der Präsident im Ausland für Österreichs Arbeitsplätze eintritt". (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 26.4.2004)

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