Tirol: Ferrero war top

26. April 2004, 17:59
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Trotz Wahlpflicht blieben viele daheim

Innsbruck - In Tirol erzielte Benita Ferrero mit 56,9 Prozent ihr bestes Länderergebnis. Sie gewann in acht (von neun) Bezirken. In Innsbruck wurde Heinz Fischer mit 54,2 Prozent Sieger. Ferreros bestes Bezirksergebnis war jenes in Osttirol mit 69,2 Prozent, in allen anderen lag sie knapp über oder unter 60.

Ihr Spitzenergebnis erzielte Ferrero in Innervillgraten in Osttirol mit 87,4 Prozent, Fischer hatte sein Topresultat mit 58,7 Prozent in Schönwies im Oberland, er gewann auch in Jenbach, Rum und Telfs.

Trotz idealen Wahlwetters (kühl, bewölkt, aber weit gehend trocken) blieb die Wahlbeteiligung unter 70 Prozent. Das ist insofern besonders bemerkenswert, als Tirol als einziges Bundesland noch an einer Wahlpflicht u. a. bei der Bundespräsidentenwahl festhält, allerdings Verstöße seit einigen Jahren faktisch nicht mehr verfolgt werden.

VP-Obmann Herwig van Staa hat angekündigt, die Wahlpflicht abzuschaffen und eine Initiative für Briefwahlen starten zu wollen. Über das Tiroler Ergebnis zeigte er sich erfreut, die österreichweite Niederlage der VP-Kandidatin nehme er als Demokrat zur Kenntnis. Das Ergebnis werde "sicher keine Auswirkungen auf die Bundespolitik haben", erklärt van Staa.

Zufrieden zeigte sich auch SP-Chef Hannes Gschwentner. Gegenüber dem letzten Antreten eines SP-Kandidaten (Streicher gegen Klestil) sei ein Zuwachs von zehn Prozent in Tirol zu verzeichnen. Auch Gschwentner rechnet mit keinen bundespolitischen Auswirkungen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 26.4.2004)

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