Angeschlagene Ferrero von ÖVP gefeiert

26. April 2004, 19:16
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Laut Schüssel fehlte lediglich ein "umgedrehtes Wembleystadion" zum Wahlerfolg

Wien - Die ÖVP hat ihre unterlegene Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner am Sonntagabend gefeiert wie nach einem Wahltriumph. Als die Außenministerin gegen 19.30 Uhr im Wiener Kursalon Hübner eintraf, brandeten Jubel und immer wieder "Benita"-Sprechchöre hoch. Vom Bundeskanzler gab es dann Rosen und dickes Lob für eine - trotz Tränen in den Augen - strahlende Ferrero-Waldner.

"Die Benita hat uns gezeigt, wie es ist, wenn man siegen will und davon müssen wir noch eine gewaltige Menge lernen", rief Schüssel den hunderten begeisterten Sympathisanten zu. Lediglich 100.000 Stimmen hätte man umdrehen müssen, um die Wahl zu gewinnen, betonte Schüssel: "Ein mittelgroßes Fußballstadion, das Wembley-Stadion umgedreht und wir hätten eine Bundespräsidentin Benita Ferrero-Waldner."

"Beinahe hätten wir es geschafft"

Die Außenministerin bedankte sich in einer kurzen Rede bei ihrem Wahlkampfteam, vor allem bei der Parteijugend: "Beinahe hätten wir es geschafft. Schade, dass einige weiße Stimmzettel abgegeben haben. Schade, dass einige nicht zur Wahl gegangen sind." Und an die Jungfunktionäre gerichtet: "Es wäre natürlich toll, wenn die Jugend so weiterlaufen würde für uns, z.B. für die wichtige und immer unterschätzte Europa-Wahl."

Das Publikum unterbrach die Außenministerin, deren Stimme vom Wahlkampf hörbar angeschlagen war, immer wieder mit "Benita"-Rufen. Auch ihr Gatte Francisco Ferrero-Campos wurde von der ÖVP abgefeiert wie ein Held. Ferrero-Waldner war sichtlich gerührt: "Ich danke euch sehr und jetzt wird trotzdem gefeiert." (APA)

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