Khol: Medien haben Wahlkampf verulkt

26. April 2004, 15:31
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Nationalratspräsident von geringer Wahlbeteiligung "schockiert"

Wien - Nationalratspräsident Andreas Khol (V) zeigte sich am Sonntagabend vom Ausgang der Bundespräsidentenwahlen "enttäuscht". Er selbst sei für Benita Ferrero-Waldner gewesen, meinte Khol am Rande der ÖVP-Schlussveranstaltung vor Journalisten. Es sei aber eine Wahl zwischen zwei Personen mit Format gewesen: "Heinz Fischer hat knapp gewonnen. Ich gratuliere ihm".

"Schockiert" zeigte sich Khol über die geringe Wahlbeteiligung und über die Zahl an ungültigen Stimmen. Dies sei auch als Kritik am Amt des Bundespräsidenten zu verstehen: "Der nächste Bundespräsident - und Heinz Fischer trau ich das zu, Benita Ferrero-Waldner hätte ich es auch zugetraut - muss das Amt zum Leuchten bringen." Warum Ferrero-Waldner die Wahl verloren hat, wollte Khol nicht beurteilen. Eine "Analyse aus dem Handgelenk" lehne er ab.

"Keine Kindereien"

Dass die geringe Wahlbeteiligung auch an den Wahlkampfthemen gelegen sein könnte (Stichwort: "Mannerschnitten") wies Khol zurück. "Das waren keine Kindereien. Das waren die Medien, die das verulkt haben", so Khol. Schließlich sei in diesem Fall das Fairness-Abkommen zwischen ÖVP und SPÖ gebrochen worden. Auch den Vorwurf des Dirty Campaining wies der NR-Präsident zurück: "Das war der weichste Wahlkampf, den ich je erlebt habe." Im Übrigen sei es auch kein Wahlkampf ohne Themen gewesen, denn es "habe Themen gegeben".

Ähnlich ÖVP-Kampagnenleiter Kurt Bergmann. Die geringe Wahlbeteiligung begründete er damit, "dass das Amt in den letzten Jahren sehr stark an Ansehen verloren hat". Den derzeitigen Amtsinhaber Thomas Klestil wollte Bergmann dafür allerdings nicht verantwortlich machen. So seien beispielsweise in Vorarlberg viele Menschen der Meinung, dass das Amt des Bundespräsidenten nach Schweizer Vorbild eingespart werden könne. Dass auch der Wahlkampfstil für die geringe Beteiligung verantwortlich sein könnte, glaubt Bergmann nicht: "Ich glaube nicht, dass es die Wahlauseinandersetzung war, schon gar nicht unsere, weil die war sehr munter." (APA)

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