Darabos sieht Denkzettel für Schwarz-Blau

26. April 2004, 15:03
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SPÖ-Bundesfrauensprecherin Prammer: "Es ist um so viel gegangen für Österreich"

Wien - Erfreut über den sich abzeichnenden Wahlsieg von SPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Heinz Fischer zeigte sich gegen SPÖ-Bundesgeschäftsführer und Fischer-Wahlkampfleiter Norbert Darabos. Bei einem Auszählungsgrad von etwas über 30 Prozent und einem Stand von 52 zu 48 für Fischer sagte Darabos zur APA: "Es scheint fast gelaufen zu sein."

Denkzettel an Schwarz-Blau

Befragt zu den bundespolitischen Auswirkungen meinte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer: die Kür Fischers zum Bundespräsidenten sei "auch ein Denkzettel an die schwarz-blaue Regierung". Schließlich sei Fischer auch in den vergangenen Wochen immer wieder gegen die unsoziale Politiker der Regierung aufgetreten. Darabos wies allerdings gleichzeitig darauf hin, dass die Präsidentschaftswahl eine Persönlichkeitswahl sei.

"Verwundert" über Umfragen

Etwas verwundert äußerte sich Darabos über im Lauf des Wahlkampfs veröffentlichte Umfragen und Meinungen, wonach die ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner Fischer habe überholen können. Im November 2003 sei Ferrero zwar mit 48 zu 41 Prozent vorne gelegen, ab dem Zeitpunkt der "perfekt gelungenen Nominierung" Fischers im Jänner habe sich das Bild allerdings gedreht.

Was er der ÖVP am heutigen Tag ins Stammbuch schreiben wolle? Die "Geschichtsklitterung", also das Fälschen des Geschichtsbildes, habe nichts geholfen. Und: die unsoziale Politik werde von der Bevölkerung nicht mehr honoriert. Er freue sich, dass man in der SPÖ trotz der Anschüttungen und Vorwürfe im Wahlkampf stets einen kühlen Kopf.

Prammer "wirklich sehr, sehr glücklich" "Wirklich sehr, sehr glücklich" zeigte sich Sonntag Nachmittag die SPÖ-Frauensprecherin und stellvertretende SPÖ-Vorsitzende Barbara Prammer angesichts des sich abzeichnenden Wahlsieges von Fischer. Es sei "um so viel gegangen für Österreich". Österreich werde damit einen "hervorragenden Bundespräsidenten haben", der auch für die Frauen wesentlich mehr tun werde als die Gegenkandidatin der ÖVP.

Trendumkehr fortgesetzt

Mit dem heutigen Sieg Fischers setze sich die Trendumkehr bei Wahlen fort. Die Bevölkerung habe zunehmend dem konservativen, neoliberalen Kurs eine Absage erteilt.

Das Zelt vor dem Wahlkampfbüro der SPÖ in der Zelinkagasse war gegen 16.30 Uhr bereits voll mit Funktionären, Wahlhelfern und Unterstützern. Jedes neue Ergebnis, dass einen Sieg Fischers erahnen ließ, wurde mit Jubelschreien quittiert.

Fischer selbst will sich nun schon vor seinem Gang ins Innenministerium kurz in der Zelinkagasse blicken lassen. Anvisiert wurde dafür etwa 18.30 Uhr bis 18.45 Uhr. (APA)

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