Fragezeichen über Verbleib der slowakischen Soldaten

25. April 2004, 18:45
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Innenminister: "Präsenz im Irak beeinflusst Sicherheitssituation der Slowakei"

Preßburg - Der Verbleib der slowakischen Soldaten im Irak steht unter einem Fragezeichen. Der slowakische Innenminister Vladimir Palko kündigte in einer Fernsehdiskussion heute, Sonntag, an, seine Partei, die Christdemokraten (KDH), werde eine Diskussion darüber initiieren. Laut Palko beeinflusst der Aufenthalt der slowakischen Militäreinheit im Irak die Sicherheitssituation der Slowakei. "Ich sage nicht, wir müssen sofort unsere Soldaten aus dem Irak abziehen, aber die Frage, ob ihr Aufenthalt im Irak einen Sinn hat, muss in der Öffentlichkeit diskutiert werden."

Eindeutig für den Verbleib der slowakischen Soldaten im Irak sprach sich Frantisek Kubovic, ein Abgeordneter der Slowakischen Demokratischen und Christlichen Union (SDKU) von Ministerpräsident Mikulas Dzurinda, aus. "Kein Zurückweichen vor den Terroristen", so formulierte er die Position der dominierenden Partei der Regierungskoalition. Auch Lubomir Lintner, Vizevorsitzender der mitregierenden liberalen Allianz des Neuen Bürgers (ANO), sprach sich für die weitere Stationierung der Slowaken im Irak aus.

Mission nicht erfüllt

Der Vizevorsitzende der oppositionellen Partei Smer (Richtung), Dusan Caplovic, sagte hingegen, dass die slowakische Pioniereinheit unter den gegebenen Bedingungen im Irak ihre Mission nicht erfülle, da die Entminungsarbeiten eingestellt wurden. Eine Heimkehr der Soldaten aus dem Irak forderte die Kommunistische Partei (KSS).

Im polnischen Sektor sind derzeit 105 slowakische Pioniere stationiert. Die Soldaten sind vor allem für die Entminung zuständig. Wegen der Unruhen in den vergangenen Wochen wurden die Entminungsarbeiten allerdings eingestellt.

Spanien ist bereits dabei, seine 1.300 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Ende dieser Woche hatten Honduras und die Dominikanische Republik entschieden, diesem Schritt zu folgen und ihre insgesamt 400 Soldaten schnellstmöglich nach Hause zu holen. Thailand will seine 450 Mann zurückziehen, wenn sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert. Und Norwegen plant einen Rückzug seiner 150 Soldaten bis 1. Juli. (APA)

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