Covic: UNMIK hält Bericht über Tod von albanischen Kindern geheim

26. April 2004, 21:03
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Serben würden von jeder Schuld freigesprochen - UNMIK: Ermittlungen laufen noch - Lösung des Status habe begonnen

Belgrad/Wien - Die UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK) habe die Veröffentlichung des Berichts über den Tod von drei albanischen Kindern, die Mitte März im Fluss Ibar ertranken, untersagt. Dies behauptete der Belgrader Kosovo-Beauftragte Nebojsa Covic am Sonntag gegenüber dem Sender B-92. In diesem Bericht würden die Serben auch von jeder Schuld freigesprochen, sagte Covic. Der Tod der drei Kinder hatte Mitte März zu schweren Übergriffen von Albanern gegen die serbische Minderheit in der von der UNO verwalteten Provinz geführt.

Covic betonte, in dem Bericht sei deutlich festgehalten, dass die drei Kinder nicht von Serben in den Fluss Ibar gedrängt wurden, wie dies unmittelbar nach dem tragischen Ereignis kosovo-albanischen Medien berichtet hatten. Ein UNMIK-Sprecher wies die Aussagen des serbischen Politiker zurück. Die Ermittlungen würden noch andauern. "Wenn wir sie beenden, werden wir die Resultate veröffentlichen", sagte Nirad Sing dem Belgrader Sender B-92.

Mitte März waren bei den schwersten Unruhen zwischen Serben und Albanern seit dem Ende des Kosovo-Krieges (1998/99) 28 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 600 Menschen wurden verletzt, 4.000 verloren ihre Häuser. Zudem wurden etwa 30 serbisch-orthodoxe Klöster in Brand gesetzt und vernichtet. Internationale Beobachter machten albanische Extremisten für die Unruhen verantwortlich. Auslöser für die Welle der Gewalt gegen Serben war der Tod der albanischen Kinder, die angeblich nach Übergriffen von Serben im Fluss ertranken.

Zudem erklärte Covic gegenüber B-92, dass - trotz gegenteiliger Aussagen von Vertretern der internationalen Gemeinschaft - mit der Lösung des sehr umstrittenen Status der südserbischen Provinz begonnen worden sei. Mit dieser Frage sei offiziell die "Gruppe für Kosovo" beschäftigt, zusammengesetzt aus der Kontaktgruppe (USA, Frankreich, Russland, Deutschland, Großbritannien), der EU und der UNMIK. Es gebe aber auch eine "geheime Gruppe mit den USA, der EU und NATO", sagte Covic. (APA)

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