Nordkorea wirft USA erneut Angriffsplanung vor

26. April 2004, 12:50
posten

Südkoreanisches Verteidigungsministerium dementiert

Seoul - Nordkorea hat die USA beschuldigt, sich vom Waffenstillstandsabkommen von 1953 zurückziehen und einen Angriff auf das Land vorbereiten zu wollen. Die USA hätten "plötzlich" angekündigt, ihre Soldaten von der entmilitarisierten Zone (DMZ) zwischen beiden koreanischen Staaten und der neutralen "Gemeinsamen Sicherheitszone" (JSA) im Waffenstillstandsort Panmunjom abzuziehen, hieß es am Sonntag in einer Erklärung der nordkoreanischen Volksarmee. Den USA wurde vorgeworfen, damit ihren Status als Signatarmacht des Waffenstillstandsabkommens aufzugeben, das den Korea-Krieg (1950-53) beendete.

"Die US-Entscheidung, vor diesem Hintergrund selbst ihre wenigen Soldaten von der JSA in Panmunjom und der DMZ abzuziehen, deutet darauf hin, dass die Vorbereitungen der USA für einen Erstschlag gegen die Volksrepublik (Nordkorea) in der letzten Phase sind", wurde ein Sprecher der Volksarmee in einem Bericht der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zitiert.

Das Verteidigungsministerium in Seoul widersprach den Beschuldigungen. Es gebe zwar wie vereinbart Änderungen in der Zahl der US-Soldaten in Panmunjom. Die USA zögen sich jedoch nicht zurück. Auch bleibe die JSA weiter unter dem Befehl des von den USA angeführten UN-Kommandos. Nach einem Abkommen mit Südkorea wollen die USA die Zahl ihrer Soldaten in Panmunjom bis Oktober von jetzt 180 auf 40 verringern. Das UNO-Kommando hat dort derzeit insgesamt etwa 600 Soldaten. Vor zwei Wochen hatten die USA angekündigt, ihren letzten Außenposten in der DMZ aufzugeben.

Auf der koreanischen Halbinsel herrscht völkerrechtlich gesehen immer noch der Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs kein Friedensvertrag zu Stande gekommen ist. Die USA haben derzeit 37.000 Soldaten in Südkorea als Abschreckung gegen Nordkorea stationiert. (APA)

Share if you care.