EU-Kommission bedauert Nein zum UNO-Plan

25. April 2004, 10:08
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"Einzigartige Gelegenheit versäumt" - Lob für türkische Zyprioten

Brüssel - Die EU-Kommission hat Samstag Abend die überwältigende Ablehnung des UNO-Wiedervereinigungsplans durch die griechischen Zyprioten zutiefst bedauert. Zugleich lobte die Kommission in einer ersten Stellungnahme in Brüssel die türkischen Zyprioten für ihre Bemühungen, die Probleme der geteilten Mittelmeerinsel lösen zu wollen.

"Eine einzigartige Gelegenheit, eine Lösung für das lang anhaltende Zypern-Problem zustande zu bringen, ist versäumt worden", heißt es in der Erklärung der EU-Kommission. "Die Europäische Kommission bedauert zutiefst, dass die griechisch-zypriotische Gemeinschaft die umfassende Lösung des Zypern-Problems nicht gebilligt hat, respektiert jedoch die demokratisch Entscheidung des Volkes", so die Stellungnahme aus Brüssel.

Hilfe aus Brüssel

Das Nein der Republik Zypern, des griechisch-zypriotischen Südteils der seit 30 Jahren geteilten Mittelmeerinsel, hat alle Hoffnungen zunichte gemacht, dass ein vereintes Zypern in einer Woche, am 1. Mai, der Europäischen Union beitreten könnte. Der türkisch-zypriotische Nordteil der Insel, die international nicht anerkannte türkische "Republik Nordzypern", die wegen der Ablehnung im Süden der Insel am 1. Mai "draußen bleibt", darf hingegen auf Hilfe aus Brüssel hoffen.

"Das wirkliche Problem"

EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen hatte noch am Samstag Vormittag die griechischen Zyprioten als "das wirkliche Problem" bei den Bemühungen um eine Wiedervereinigung bezeichnet. Die von der Regierung der Republik Zypern empfohlene Ablehnung des UNO-Plans laufe den Interessen der EU zuwider. Die nordzypriotische Regierung hatte hingegen, ungeachtet der Ablehnung durch den Volksgruppenführer Rauf Denktas, die Wähler aufgerufen, dem UNO-Plan zuzustimmen.

Den Prognosen zufolge haben rund 75 Prozent der griechischen Zyprioten mit Nein gestimmt, rund 60 Prozent der türkischen Zyprioten mit Ja. Voraussetzung für eine Wiedervereinigung der Insel wäre eine Zustimmung beider Seiten gewesen. (APA/Reuters)

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