Iran sieht Atomstreit mit IAEO beigelegt

25. April 2004, 15:56
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"Alle Fakten offen gelegt" - Atombehörde will Bericht der Inspektoren abwarten

Teheran - Der Iran hat nach eigenen Angaben im Streit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) sämtliche Fakten offen gelegt. "Von unserer Seite aus sind alle Fragen beantwortet, es gibt keine Mehrdeutigkeiten mehr", sagte Mohammed Saidi, der für internationale Beziehungen zuständige Direktor der iranischen Atomenergie-Organisation, am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Die Informationen seien den fünf IAEO-Inspektoren übergeben worden, die sich bis Freitag zwei Wochen lang im Iran aufgehalten hätten.

Die Regierung in Teheran habe eindeutige Erklärungen sowohl für die entdeckten Spuren angereicherten Urans an Ausrüstungsgegenständen als auch hinsichtlich des Baus von Zentrifugen geliefert, sagte Saidi. Die Inspektoren hätten sich von der Richtigkeit dieser Angaben überzeugen können. Am Samstag sei überdies ein weiteres Inspektorenteam zu Routineüberprüfungen im Iran eingetroffen.

Ausführlicher Bericht

IAEO-Sprecherin Melissa Fleming erklärte in Wien, die Behörde erwarte Mitte Mai einen ausführlichen Bericht der Inspektoren. Erst dann könne man beurteilen, ob wirklich alle offenen Fragen geklärt seien. IAEO-Generaldirektor Mohamed El Baradei will der nächsten Sitzung des Gouverneursrats im Juni nach Möglichkeit eine klare Einschätzung der iranischen Nuklearprogramms vorlegen. Teheran möchte das Thema indessen von der Tagesordnung gestrichen sehen.

Die iranische Regierung hat wiederholt Vorwürfe insbesondere von Seiten der USA zurückgewiesen, Atomwaffen anzustreben. Die Spuren angereicherten Urans an Ausrüstungsgegenständen für Kraftwerksanlagen wurden damit begründet, dass das auf dem internationalen Schwarzmarkt erworbene Gerät bereits vor dem Kauf verseucht gewesen sei. Eine Zentrifuge zur hochgradigen Urananreicherung sei lediglich geplant, aber niemals gebaut worden. Vor drei Wochen hat der Iran ferner einen Baustopp für Zentrifugen zur geringfügigeren Anreicherung von Uran verkündet. (APA/AP)

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