Israelischer Präsident rechtfertigte "gezielte Tötungen"

26. April 2004, 16:18
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Katzav lobte Bush

Berlin - Der israelische Präsident Moshe Katzav hat die "gezielte Tötung" radikaler Palästinenser gerechtfertigt. "Wenn die Terroristen Terror verüben wollen, bleibt uns nicht die Zeit, Pläne für eine Entführung auszuarbeiten. Wir müssen den Anschlag vereiteln, ehe sie ihn organisieren", sagte Katzav der "Welt am Sonntag". Der vor vier Wochen getötete Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin habe Anschläge befehligt: "Er war unter den Terroranführern der Schlimmste", sagte der israelische Präsident.

Illusion

Katzav lobte US-Präsident George W. Bush dafür, den Palästinensern die "Illusion eines 'Rechts auf Rückkehr'" genommen zu haben. "Präsident Bush hat ihnen einen großen Dienst getan, als er das Rückkehrrecht für unrealistisch erklärte", sagte Katzav. "Er hat für sie quasi die Kastanien aus dem Feuer geholt." Mit dem Friedensplan "Road-Map" habe Israel erstmals der Errichtung eines palästinensischen Staates zugestimmt, sagte Katzav weiter. Sie sei umsetzbar, unter der Voraussetzung, dass die Palästinenser den Terror stoppten.

Katzav reist am kommenden Mittwoch zur OSZE-Antisemitismuskonferenz nach Berlin. (APA)

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