Kelly-Affäre: Britischer Verteidigungsminister Hoon räumt Fehler ein

26. April 2004, 21:03
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Waffenexperte hätte vorab informiert werden sollen, dass er als Quelle für regierungskritischen BBC-Bericht zum Irak-Krieg genannt werden

London - Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon hat im Selbstmordfall des Waffenexperten David Kelly Fehler seines Ressorts eingeräumt. Kelly hätte vorab darüber informiert werden müssen, dass er als Quelle für einen regierungskritischen BBC-Bericht zum Irak-Krieg benannt werden würde, sagte der Labour-Politiker in einem am Samstag veröffentlichten Interview des Londoner "Daily Telegraph". Die Beamten seines Ministeriums hätten sich hier nicht an seine Vorgaben gehalten, fügte Hoon hinzu.

Dem BBC-Bericht vom Mai vergangenen Jahres zufolge hatte die britische Regierung Geheimdienstinformationen über irakische Massenvernichtungswaffen aufgebauscht, um eine Militärinvasion im Irak zu rechtfertigen. Kelly wurde vom Verteidigungsministerium als Quelle für diese Aussagen benannt, woraufhin er im Juli Selbstmord beging. Eine Untersuchungskommission unter dem Richter Lord Hutton kam im Jänner zu dem Schluss, die Regierung habe sich in dem Fall nichts zu Schulden kommen lassen, wohl aber die BBC. (APA/AP)

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    Hoon gibt an, dass die Beamten seines Ministeriums sich im Falle der Information Kellys nicht an seine Vorgaben gehalten haben.

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