Wahlkampf offiziell zu Ende

25. April 2004, 17:03
37 Postings

Ferrero-Waldner optimistisch über "tolle Aufholjagd" - Fischer zuversichtlich über Gipfelsieg

Wien - Mit Abschlussveranstaltungen der beiden Präsidentschaftskandidaten Benita Ferrero-Waldner (V) und Heinz Fischer (S) in Wien ist Freitag abend der Wahlkampf offiziell beendet worden. Beim ÖVP-Event mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und einigen Ministern zeigte sich Ferrero-Waldner optimistisch über die "tolle Aufholjagd". Sie versprach, im Falle ihrer Wahl weder Oberlehrerin noch Besserwisserin und schon gar nicht Chefkommentatorin der Innenpolitik zu sein. Fischer zeigte sich wiederum zuversichtlich über einen Gipfelsieg beim Urnengang am Sonntag und kritisierte die Haltung seiner Konkurrentin in Sachen Neutralität.

Niemand zu Hause?

Man dürfe die Neutralität nicht als überholt und unzeitgemäß vom Tisch wischen, warnte Fischer. Wenig hält der SPÖ-Kandidat von Ferrero-Waldners Ankündigung, im Fall eines Wahlsiegs Türen und Tore der Hofburg öffnen zu wollen. "Was nützt die Einladung in die Hofburg, wenn niemand zu Hause ist?", so Fischer in Anspielung auf die Ankündigung von Ferrero-Waldner, 70 Prozent ihrer Zeit als Bundespräsidenten im Ausland verbringen zu wollen.

Ferrero-Waldner betonte, die wichtigste Aufgabe einer Präsidenten sei, das Ansehen Österreichs in der Welt auszubauen und zu festigen. Sie wolle eine Volks- und Bundespräsidentin sein, Sicherheit geben, Vertrauen schaffen und zwischen verschiedenen politischen Strömungen vermitteln und "frischen Wind" in die Hofburg zu bringen.

"Die geborene Erste"

Die Abschlusskundgebungen der beiden Bewerber für das höchste Staatsamt gestalteten sich praktisch zu größeren Parteiveranstaltungen. Schüssel meinte dabei, die Wahl sei einfach, "entweder die erste Frau oder der achte Mann, der Bundespräsident wird". Die Entscheidung heiße "die geborene Erste oder der Ewige Zweite".

SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer auf der anderen Seite hielt Ferrero-Waldner ihre Mitverantwortung an den Ministerratsbeschlüssen der Regierung vor. Die Außenministerin sei "Kandidatin der schwarz-blauen Regierung, die jeden Sozialabbau in den letzten Jahren mitbeschlossen hat". Gelassen gab sich Fischer in der Frage von Wahlempfehlungen. Ob die FPÖ-Führung ihn empfehle, sei nicht so wichtig.

Letzte Möglichkeit

Trotz des offiziellen Wahlkampfendes werden Ferrero-Waldner und Fischer auch den morgigen Samstag als letzte Möglichkeit für Termine nutzen. So hat die ÖVP-Kandidatin Besuche u.a. im Tiergarten Schönbrunn und in der Lugner City sowie im Donauzentrum avisiert, der SPÖ-Bewerber wird u.a. einen Betriebsbesuch (Ströck), den Meislmarkt und Rochusmarkt und ebenfalls die Lugner City besuche. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schüssel beim Wahlkampfausklang von Ferrero-Waldner

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Fischer am Wahlkampfende

Share if you care.