Sharon: Versprechen an USA zur Schonung Arafats nicht mehr gültig

25. April 2004, 14:51
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Israelischer Ministerpräsident: "Löse mich von dieser Verpflichtung" - USA distanziert

Jerusalem/Washington - Israels Ministerpräsident Ariel Sharon sieht sich nach eigenen Worten nicht mehr an sein Versprechen an die USA gebunden, Palästinenser-Präsident Yasser Arafat keinen Schaden zuzufügen. Dies sagte Sharon am Freitag.

"Löse mich von dieser Verpflichtung"

Er habe bei seinem ersten Treffen mit US-Präsident George W. Bush dessen Bitte zugestimmt, Arafat körperlich nicht zu schaden, sagte Sharon am Freitag dem Sender Channel Two. "Aber ich bin an diese Zusage nicht mehr gebunden. Was Arafat betrifft, löse ich mich von dieser Verpflichtung." Er habe Bush bei seinem Besuch in Washington in der vergangenen Woche von der veränderten Haltung in Kenntnis gesetzt.

Aus Furcht vor einem israelischen Angriff hatten zwölf Mitglieder der gewalttätigen El-Aksa-Brigaden am Donnerstag ihren Unterschlupf im Hauptquartier Arafats in Ramallah verlassen. Ein Führungsmitglied von Arafats Fatah-Organisation, zu der die Brigaden gehören, hatte gesagt, die Männer seien davon überzeugt, dass es besser sei, das Gelände zu verlassen als eine Verletzung Arafats oder eine Verschärfung seines Belagerungszustandes zu riskieren.

USA lehnen Tötung Arafats weiter ab

Die USA haben von Israels Ministerpräsident die Einhaltung seiner Zusage gefordert, Palästinenser-Präsident Jassir Arafat nichts anzutun. Ein Vertreter der US-Regierung sagte, die USA hätten der israelischen Regierung nach Sharons Äußerungen erneut deutlich gemacht, dass sie eine gezielte Tötung Arafats ablehnten. "Für uns ist ein Versprechen ein Versprechen." (APA/Reuters)

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