Image ist nichts, der Titel alles

25. April 2004, 17:29
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Im Horr-Stadion treffen sich heute die Austria und der GAK - Günter Kronsteiner will von einer Vorentscheidung nichts wissen

Wien - Günter Kronsteiner gilt als einer, der viel spricht, seine Worte aber trotzdem stets wohl wählt. Diese Eigenschaft hat ihn zu dem gemacht, was er heute ist, nämlich Sportdirektormanagertrainer der Wiener Austria. Weil der 50 Jahre alte Steirer aber nicht nur ein notorischer "Schönsprecher" (nicht zu verwechseln mit Schönredner), sondern auch ein erfahrener Spindoktor ist, weiß er, was angebracht ist, wenn es an die Substanz geht, sprich, ans Image.

"Die sollen sich nicht so hinstellen. Das sind alles keine Nobodys." Nach langer Zurückhaltung geht Kronsteiner vor dem Spiel gegen den GAK (Sonntag, 16:30, live ORF 1), in die PR-Offensive, er will das Bild des Underdogs, das GAK-Trainer Walter Schachner gerne von seinem Team zeichnet, zurechtrücken. Kronsteiner sagt: "Der GAK ist eine große Mannschaft. Die bilden immerhin das Rückgrat der Nationalmannschaft, letztes Jahr waren sie Zweiter. Wenn sie also heuer nicht Meister werden, ist das eine Niederlage."

Abseits des Kampfes um das Bild, das ein Fußballklub in der Öffentlichkeit abgibt, gibt Kronsteiner vor dem Match den Vorsichtigen, sein Rezept lautet abwiegeln, beschwichtigen, kleinreden, bloß nichts überbewerten. Jetzt ist das Spiel des Ersten gegen den punktegleichen Zweiten fünf Runden vor Schluss für den Trainer natürlich "wichtig", stellt sich zugegebenermaßen gar als "von enormer Brisanz" dar, aber: "Es ist nicht vorentscheidend."

Und schon überhaupt nicht könne man über den Sieger nachher sagen, "das wird jetzt der Meister", weil: "Meister werden wir dann, wenn wir nach dem Derby mit mindestens einem Punkt Vorsprung auf den GAK Tabellenführer sind." Aber Schwamm drüber, im Finale der Meisterschaft geht es nicht um Zahlenspiele, sondern um fußballerische Primärtugenden. Die empfindet Kronsteiner bei seinem Team vor dem Schlager (bis Freitagmittag gab es noch 600 Restkarten) als in reichem Maße vorhanden. "Wir sind die technisch bessere Mannschaft. An unserer Spielweise werden wir nichts ändern. Wir spielen immer gleich. Nach vorne."

Hinzu kommt, dass man am Verteilerkreis zur Gänze frei ist von Verletzungssorgen, ein Umstand, der es Kronsteiner nicht leichter macht, sagt Kronsteiner: "Ich habe die Qual der Wahl." Ein Vorteil, den Kronsteiner sieht, könnte sich für die Zuschauer als Nachteil erweisen: "Einen Walter Schachner kann man nicht überraschen. Aber er kann mich auch nicht überraschen. Wenn wir in der 90. Minute das 1:0 schießen, bin ich zufrieden." (DER STANDARD, Printausgabe, Samstag, 24. April 2004, Klaus Stimeder)

  • FK Austria - GAK (Horr-Stadion, Sonntag 16:30/live ORF1, Meier/SUI). Bisher: 3:1 (a), 0:1 (h), 0:0 (a)

    Austria: Didulica - Dospel, Afolabi, Ratajczyk, Dheedene - Helstad, Vastic/M. Wagner, Blanchard, Janocko - Rushfeldt, Gilewicz

    Ersatz: Safar - Akoto, Troyansky, Flögel, Verlaat, Kitzbichler, Dundee

    GAK: Schranz - Pötscher, Ehmann, Tokic, Standfest - Sionko, Muratovic, Sick, Amerhauser - Kollmann, Bazina

    Ersatz: Lienhart - Majstorovic, Dollinger, Ramusch, Hassler, Goossens, Sencar

    Es fehlen: Aufhauser, Pogatetz, Naumoski (alle verletzt)

    Restprogramm:

  • Austria:

    25.04. Austria - GAK 16.30 Uhr
    02.05. Rapid - Austria 16.30 Uhr
    08.05. Austria - Bregenz 15.30 Uhr
    15.05. Mattersburg - Austria 15.30 Uhr
    20.05. Austria - Kärnten 19.30 Uhr

  • GAK:

    25.04. Austria - GAK 16.30 Uhr
    01.05. GAK - Salzburg 15.30 Uhr
    08.05. Sturm - GAK 15.30 Uhr
    15.05. GAK - Superfund 15.30 Uhr
    20.05. Admira - GAK 19.30 Uhr

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